Finanzfahndung gegen Piraten
Interpol schafft eine neue Aktionsgruppe gegen die zunehmende Piraterie. Täglich gebe es zwei Millionen Dollar Lösegeldforderungen von Piraten am Horn von Afrika, sagte Interpol- Generalsekretär Ronald K. Noble auf einer Konferenz am Standort der Polizeiorganisation in Lyon. «Wir müssen dem Geld folgen», um die Seeräuberei zu bekämpfen. Die Aktionsgruppe solle die Arbeit der Fahnder koordinieren, um die Finanznetze der Piraten offenzulegen. Damit werde die Lücke zwischen der militärischen Bekämpfung der Piraten und ihrer juristischen Verfolgung geschlossen.
Die Lyoner Konferenz wird von den USA und Großbritannien gefördert und führt 100 Ermittler und Entscheidungsträger aus 30 Staaten zusammen. Zu den Themen gehören die Wirkung der Piraterie am Horn von Afrika auf die Finanzströme in Ostafrika, Methoden der Finanzfahndung und die Rolle der Reeder und Versicherer. Am Vorabend der Konferenz hatten somalische Piraten den griechischen Öltanker «Maran Centaurus» mit 28 Mann Besatzung gegen Lösegeld von angeblich 5,5 bis sieben Millionen Dollar freigelassen. Die Seeräuber treten mittlerweile in Kenia als finanzstarke Käufer auf.