"Grobstudie" für Emskanal

In das umstrittene Projekt zum Bau eines Emskanals kommt Bewegung. Die Niedersächsische Landesregierung wolle bald eine Grobstudie in Auftrag geben, teilte der Emder Landtagsabgeordnete Roland Riese (FDP) in Hannover mit. Dort hatte der Unterausschuss Häfen und Schifffahrt getagt. Die Grobstudie könne zum Jahresende vorliegen. Darin sollten vor allem technische Aspekte behandelt werden. Das Verfahren sei ergebnisoffen, sagte Riese: „Niedersachsen ist nicht auf den Emskanal festgelegt. Ob es einen Kanal geben wird, steht noch in den Sternen."

Der Kanal von Papenburg bis oberhalb des Emssperrwerks soll die Ems vom Schiffsverkehr entlasten, damit der Fluss teilweise renaturiert werden kann. Die Idee stammt von überregionalen Umweltverbänden. Der Kanal käme vor allem der Papenburger Meyer Werft zugute: Für ihre neuen Kreuzfahrtschiffe muss der Fluss aufgestaut und ständig ausgebaggert werden. Lokale Naturschützer, Anwohner und Politiker sind gegen das Projekt. Auch die Grünen sehen die Kanal-Idee kritisch. Sie bezweifeln auch die Wirtschaftlichkeit, da die Meyer Werft nur drei- bis fünfmal im Jahr ihre Kreuzfahrtschiffe überführt. Die Grünen halten eine Verlegung der Meyer Werft an
die Küste für sinnvoll.

Die Grobstudie soll nach dpa-Informationen knapp 200 000 Euro kosten und muss damit nicht ausgeschrieben werden. Sie wird aus dem Landeshaushalt finanziert. Die Kosten der umfangreicheren Machbarkeitsstudie werden weit höher geschätzt.

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