Hafen Rotterdam wirbt in Berlin für eigene Ziele

Der Hafen Rotterdam will künftig enger mit den NRW-Binnenhäfen zusammenarbeiten. Foto: Port of Rotterdam
Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger (SPD) will sich beim Bund dafür einsetzen, dass die grenzüberschreitenden Infrastrukturprojekte bei der Umsetzung des Nationalen Hafenkonzepts berücksichtigt werden. Das erklärte der Politiker auf einem Parlamentarischen Abend zum Thema Transport und Logistik, veranstaltet vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium und dem Hafenbetrieb Rotterdam in der NRW-Landesvertretung in Berlin. Im Mittelpunkt standen die gegenseitigen Beziehungen und die Verkehrspolitik des Bundes. Teilnehmer der Veranstaltung kritisierten allerdings, dass die Politik ausgerechnet Hamburgs größtem Hafenkonkurrenten in Europa in der Bundeshauptstadt eine Plattform zur Selbstdarstellung ermöglicht habe. Vertreter des Hamburger Hafens waren gar nicht erst eingeladen worden.
„Nordrhein-Westfalen ist das Hinterland und die verlängerte Kaimauer für die ZARA-Häfen (Zeebrugge, Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen). Gute Verkehrsanbindungen sind zentral für die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Wir setzen auf trimodale Lösungen und gut funktionierende Logistikketten. Besonders wichtig ist für NRW die Betuwe-Linie, die die Häfen Amsterdam und Rotterdam mit dem Ruhrgebiet verbindet“, sagte Voigtsberger. Rotterdams Hafenchef Hans Smits betonte in diesem Zusammenhang erneut sein Interesse an der Übernahme der 30-prozentigen Beteiligung des Bundes am Hafen Duisburg (duisport): „Wir müssen die Effizienz in der Logistikkette verbessern und die Erreichbarkeit optimieren. Dazu müssen wir ein flächendeckendes Netzwerk in unserem Hinterland entwickeln und künftig mehr mit deutschen Binnenhäfen zusammenarbeiten. Für uns in Rotterdam ist Nordrhein-Westfalen durch die Verbindung über den Rhein seit jeher ein natürlicher Partner. Ohne die Industrie und Wirtschaft dort und in den anderen Regionen entlang des Rheins hätte der Rotterdamer Hafen niemals den Stellenwert in Europa erreicht, den er heute hat.“
Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht"