Hamburger Hafen rechnet mit langsamerem Wachstum

Der Hamburger Hafen will auch 2012 wieder zulegen - allerdings wird das Wachstum etwas schwächer als im Vorjahr ausfallen. Für das laufende Jahr erwartet der Hafen beim Güter- und Containerumschlag einen Zuwachs von fünf bis sechs Prozent. "Viel wird abhängen von der wirtschaftliche Entwicklung bei den Handelspartnern in China, Russland, Indien und Brasilien", sagte Claudia Roller, Vorstandsvorsitzende der Marketing-Gesellschaft des Hafens, am Montag in Hamburg. Allerdings sei die Veränderung bei großen Container-Liniendiensten schwer zu kalkulieren, ebenso wie die Auswirkungen der Krise im Euro-Raum auf die Weltkonjunktur und den Welthandel.

Der neue Tiefsee-Containerhafen in Wilhelmshaven, der im August seinen Betrieb aufnehmen soll, macht den Hamburger Hafenmanagern keine übermäßigen Sorgen. Er soll in einigen Jahren 2,4 Millionen Standardcontainer (TEU) umschlagen, etwa so viel wie der Container-Terminal Altenwerder in Hamburg. "Man muss immer die Gesamtkosten der Transportkette sehen", sagte Jens Meier, Chef der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA). In Hamburg sind rund ein Drittel der Container für den Ballungsraum bestimmt; für den Rest findet sich ein gut ausgebautes Netzwerk von Schiffszubringern in den Ostseeraum, Bahn-, Binnenschiff- und Lkw-Verbindungen. Wilhelmshaven ist vergleichsweise weniger an das Hinterland angebunden und hat praktisch kein lokales Güteraufkommen.

Insgesamt steigerte der Hafen seinen Güterumschlag im vergangenen Jahr um 9,1 Prozent auf 132 Millionen Tonnen und den Containerumschlag um 14,2 Prozent auf neun Millionen TEU. In Europa liegt Hamburg damit wieder hinter Rotterdam auf Rang zwei, nachdem der Hafen Antwerpen diese Position vorübergehend erobert hatte. Der Marktanteil in der Nord-Range der großen Containerhäfen in Nordwesteuropa belief sich auf 23,9 Prozent. "Wir waren schon einmal weiter", sagte Roller und erinnerte daran, dass Hamburg im vergangenen Jahrzehnt sich dicht an Rotterdam herangearbeitet hatte. Inzwischen ist der Abstand mit knapp drei Millionen TEU wieder deutlich.

Auch an den Rekordumschlag der Jahre 2007 und 2008 mit knapp zehn Millionen TEU kommt der Hamburger Hafen in diesem Jahr noch nicht wieder heran. Die mittelfristigen Prognosen sehen allerdings mindestens eine Verdopplung des Umschlags in den kommenden zehn Jahren vor. Das könne nur erreicht werden, wenn alle Partner im Hafen optimal vernetzt seien, sagte Meier.

Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht"

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