Hamburger Piraten-Prozess geht in die Schlussrunde

Der Hamburger Piraten-Prozess geht in die Schlussrunde. Die Staatsanwaltschaft soll an diesem Mittwoch (25. Januar) ihr Plädoyer halten. Das Landgericht der Hansestadt hat die Beweisaufnahme am Freitag - dem 70. Verhandlungstag - geschlossen, wie Gerichtssprecher Conrad Müller-Horn mitteilte. Das Verfahren läuft bereits seit 14 Monaten.

Zehn mutmaßliche somalische Piraten müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie das Hamburger Containerschiff "Taipan" am Ostermontag 2010 überfallen haben sollen. Laut Anklage hatten die schwer bewaffneten Männer das Schiff rund 530 Seemeilen vor der Küste Somalias geentert und knapp vier Stunden lang in ihrer Gewalt. "Dabei sollen sie in der Absicht gehandelt haben, die Schiffsbesatzung gefangen zu halten und ein Lösegeld für ihre Freilassung zu erpressen", heißt es in der Mitteilung.

Die 15-köpfige Besatzung konnte sich in einen Sicherheitsraum retten. Sie wurde von einem niederländischen Marinekommando befreit, das die Piraten an Bord festnahm. Verletzt wurde bei der Aktion niemand. Die Niederlande hatten die Somalier später an Deutschland ausgeliefert. Angeklagt sind die mutmaßlichen Seeräuber wegen eines Angriffs auf den Seeverkehr und erpresserischen Menschenraubs. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Höchststrafen von bis zu 15 Jahren Haft. Mehrere Angeklagte haben vor Gericht ausgesagt, sie hätten aus finanziellem Druck oder aus Angst um ihr eigenes Leben oder das ihrer Angehörigen gehandelt.

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