HCI einigt sich mit Banken

In der schweren Schifffahrts-Krise hat sich der Hamburger Fondsanbieter HCI mit den Banken auf ein Sanierungskonzept geeinigt und damit Zeit gewonnen.

Das Konzept besteht aus einer Reihe von Einzelmaßnahmen und sieht unter anderem eine Kapitalerhöhung vor und den vorläufigen Verzicht auf Dividenden für die Aktionäre, teilte HCI gestern in Hamburg mit. Zudem können die Banken Darlehen in Höhe von rund 36 Millionen Euro in Eigenkapital oder langfristige Finanzierungen umwandeln.

Die deutschen Schiffsfonds, die in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge bei wohlhabenden Anlegern einsammelten, sind durch die Schifffahrtskrise ebenfalls in Bedrängnis geraten. Auf den Weltmärkten gibt es ein Überangebot an Schiffsraum und zu viele Schiffe. Auf den Werften werden dagegen noch fleißig alte Aufträge aus der Zeit vor der Krise abgearbeitet. Dadurch verschärft sich die Lage. Die Frachtraten, die Preise für den Schiffstransport, haben sich zuletzt zwar wieder stabilisiert; doch soll der Markt noch mehrere Jahre benötigen, bis er wieder ins Gleichgewicht kommt.

Entsprechend hoch sind die Verluste der meisten Fondsanbieter. In dieser Situation investieren kaum noch Anleger in Schiffe.

HCI konnte im vergangenen Jahr nur noch 86 Millionen Euro einwerben, gegenüber 336 Millionen Euro im Jahr zuvor. Noch stärker war der Rückgang bei HCI-Gesellschafter MPC Capital, wo der Verkauf von Schiffsbeteiligungen von 199 auf 10 Millionen Euro zurückging. Auch andere Geschäftsfelder der Fondsgesellschaften wie zum Beispiel die Anlage in regenerativen Energien, Immobilien oder Flugzeugen laufen nicht gut.

Die Anleger in Schiffsfonds müssen zum Teil nicht nur auf Ausschüttungen verzichten, sondern für ihr Investment sogar Geld nachschießen oder bereits geleistete Ausschüttungen zurückzahlen.

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