HHLA droht Dauerkonflikt
Mit einer ungewöhnlichen Aktion haben sich Beschäftigte der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) gestern überraschend an die Öffentlichkeit gewandt.
„Belegschaft kämpft für die HHLA und gegen Sozialabbau", hieß es in der Überschrift einer großformatigen Anzeige mit Ausrufezeichen im „Hamburger Abendblatt". Damit wird Bezug genommen auf die Veränderungspläne des HHLA-Vorstandes für den Burchardkai und den Tollerort-Terminal sowie die abweichenden Vorstellungen zwischen Vorstand und der Belegschaft.
Wörtlich heißt es unter anderem: „Wir – Beschäftigte der HHLA – halten den momentanen Kurs des Vorstandes für abenteuerlich und schädlich für das Unternehmen. Der aktuelle Verhandlungsstillstand ist unnötig und gefährdet die Zukunft des Unternehmens. Der Weg in die Einigungsstellen offenbart die ganze Planlosigkeit der Führung." Die vom Vorstand geplante Konzentration des Containerumschlags führe faktisch zur Stilllegung des Containerterminals Tollerort. Dies sei unnötig, nicht praktikabel und bedeute das Brachliegen von mehr als 100 Millionen Euro Anlagevermögen. Eine nachvollziehbare Strategie fehle völlig.
Angebliche „personelle Überhänge" dienten als Drohkulisse, um die Akzeptanz der Beschäftigten für einschneidende Verschlechterungen zu erpressen. Der Abbau von Mehrarbeit diene als Vorwand, die verpflichtende Sonntagsarbeit einzuführen. Auch könne nicht zugelassen werden, dass bei der HHLA ein Sozialabbau unter dem Deckmantel der Krisenbewältigung stattfinde. Ohne Rückkehr zum partnerschaftlichen Umgang mit den Beschäftigten drohe dem HHLA-Konzern ein Dauerkonflikt. „Denn wir werden auch Entscheidungen der Einigungsstellen nicht widerspruchslos hinnehmen", so Claus Bröcker, verantwortlich für den Inhalt der Anzeige. Zugleich wird an die Hamburger appelliert: „Bitte achten auch Sie auf das Wohlergehen der HHLA. Denn es ist auch Ihr Unternehmen, da sich rund 70 Prozent des entscheidenden Bereichs ‚Logistik‘ im Besitz der Hansestadt Hamburg befinden."
Eine gestern morgen auf THB-Anfrage erbetene Stellungnahme der HHLA zu dem Vorgang und dem aktuellen Stand lag bis Redaktionsschluss nicht vor.