Holland liefert Piraten aus

Die Niederlande liefern zehn mutmaßliche Piraten aus Somalia an Deutschland aus. Das entschied am Freitag das Amtsgericht in Amsterdam. Damit kommt es demnächst in Hamburg zum ersten Seeräuber-Prozess nach rund 400 Jahren.

Die Richterin Ans Davids wies Beschwerden der Somalier gegen die beabsichtigte Überstellung an die Hamburger Staatsanwaltschaft als in allen Punkten unbegründet zurück. Die deutsche Justiz habe hinreichend demonstriert, dass sie tatsächlich für die Strafverfolgung der mutmaßlichen Seeräuber zuständig ist und die Verdächtigen in Deutschland ein faires rechtsstaatliches Verfahren erwartet.

Die Auslieferung könne nun innerhalb von zehn Tagen erfolgen, erklärte die Richterin. Ein Berufungsverfahren dagegen seien nach niederländischem Recht nicht möglich.

Den Somaliern wird vorgeworfen, Anfang April 500 Seemeilen vor der Küste Somalias das deutsche Containerschiff «Taipan» gekapert zu haben. Sie waren am Ostermontag von einem niederländischen Marinekommando überwältigt und festgenommen worden.

Aufgrund eines Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Hamburg wurden sie nach Holland geflogen, um von dort in die Bundesrepublik gebracht zu werden. Dagegen hatten die Somalier auf Anraten niederländischer Pflichtverteidiger Widerspruch eingelegt.

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