IG Metall regt Staatsbeteiligung an

Die IG Metall Küste hat zur Rettung der Nordic Yards in Wismar und Warnemünde eine „gesellschaftsrechtliche Beteiligung" von Bund und Land angeregt.

Bezirksleiterin Jutta Blankau forderte gestern in Schwerin ein komplettes industriepolitisches Konzept für die Werftstandorte. Dafür müssten Werfteigner, Landes- und Bundesregierung sowie die Gewerkschaft zusammen über Perspektiven im Schiffbau, in der Offshoreindustrie und der Metallverarbeitung beraten.

Auf der Grundlage dieses Konzeptes sei auch die staatliche Beteiligung an den beiden Standorten zu prüfen. „Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist endgültig vorbei", sagte Blankau. Der unter Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zustande gekommene Verkauf der Werften an den russischen Unternehmer Vitaly Yusufov drohe in einem Desaster zu enden. „Neue Aufträge sind nicht erkennbar. Mit dem Stapellauf der zweiten Stena-Fähre droht das Aus für den Schiffbau an beiden Standorten", so die Gewerkschafterin bei der Vorstellung eines Forderungskatalogs weiter. Merkel und der russische Präsident Medwedew hätten den Verkauf maßgeblich initiiert. Jetzt dürften sie nicht tatenlos zusehen, wie der Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern stirbt.

Große Sorgen macht den Gewerkschaftern ein möglicher Weggang hoch qualifizierter Beschäftigter in andere Branchen und Bundesländer. Ohne ihr Know-how werde es in Wismar und Warnemünde keinen Schiffbau mehr geben. Blankau forderte deshalb die von Yusufov zugesicherte Einstellung von Mitarbeitern. „Mindestens 1200 Kollegen müssen auf den Werften arbeiten. So steht es im Kaufvertrag", erklärte Blankau. Um das zu erreichen, müssten alle arbeitsmarktpolitischen Instrumente genutzt werden, beispielsweise die konjunkturelle Kurzarbeit und die Verlängerung der Transfergesellschaft bis Ende Juli.

Auch die Banken wurden in dem Katalog angegriffen. Sie müssten die Werften besser unterstützen. „Es kann nicht sein, dass die Industrie geopfert wird, um die Sanierung der Geldinstitute zu bezahlen", heißt es. Außerdem sollten neuer Partner einbezogen werden, um den russischen Markt in Form von Joint Ventures mit dortigen Werften zu erschließen.

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