Italien plant Häftlings-Schiff
Häftlinge in Italien sollen angesichts überfüllter Gefängnisse künftig auch auf umgebauten Schiffen untergebracht werden.
Die Regierung Berlusconi hat die Werftengruppe Fincantieri beauftragt, einen Plan für ein Schiff mit 320 Zellen zu entwerfen, in dem 640 Personen eingesperrt werden können, berichteten italienische Medien. 50 Millionen Euro soll das Schiff kosten, das vor Neapel oder der Hafenstadt Civitavecchia nördlich von Rom liegen soll. Es sei weniger kompliziert und billiger, ein Gefängnisschiff anstelle einer Strafanstalt auf dem Festland zu bauen, hieß es in italienischen Regierungskreisen.
Seit Jahrzehnten ist das Problem der Überbelegung in den italienischen Strafanstalten akut. Trotz einer Amnestie im Jahr 2006 ist die Platznot dramatisch. 65 000 Insassen leben in den 206 Gefängnissen des Landes, 22 000 mehr als vorgesehen. 20 Prozent der Strafanstalten in Italien sind mehr als 100 Jahre alt, 20 Prozent stammen sogar aus dem Mittelalter.