JadeWeserPort: Weitere Gespräche geplant

Eurogate stellt inzwischen infrage, ob der Hafen wie geplant am 5. August starten kann. Foto: Eurogate
Erneut ist ein Krisengespräch über den Starttermin für Deutschlands ersten Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven ergebnislos vertagt worden. Nach Ende der Unterredungen wollte keiner der Beteiligten einen Kommentar abgeben. Der künftige Hafenbetreiber Eurogate hatte mit der Realisierungsgesellschaft verhandelt, die für den Bau des Hafens verantwortlich ist. In dem Gespräch ging es um die Baumängel am Hafen - in der Kaimauer klaffen mehr als 150 Risse.
Der Betreiber hält es deswegen für fraglich, ob der 5. August als offizieller Starttermin gehalten werden kann. Die niedersächsische Landesregierung pocht aber darauf, den Termin einzuhalten.
Die Geschäftsführung der Realisierungs GmbH teilte am Montag im Anschluss an die Unterredung lediglich mit, es seien weitere Gesprächstermine mit dem Betreiber Eurogate vereinbart worden. Details gab es wollte das Unternehmen aber nicht nennen. Der Betreiber selbst erklärte, er werde die Gespräche nicht kommentieren. Bereits am Freitag war ein Krisentreffen nach drei Stunden ohne Ergebnis vertagt worden.
In der Kaimauer des neuen Hafens in Wilhelmshaven klaffen mehr als 150 Risse, weil sich Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Stahlbohlen gelöst haben. Das Baukonsortium um die Papenburger Bunte-Gruppe will eine Betonwand vor den am stärksten von Löchern betroffenen Teil setzen. Einzelne Risse sollen mit Stahlplatten abgedichtet werden.
Der Geschäftsführer der Realisierungsgesellschaft, Axel Kluth, schätzt die Reparaturkosten auf 40 bis 50 Millionen Euro. Zwei Gutachten bezweifeln jedoch, dass diese Lösung dauerhaft tragfähig sein wird. Die Gutachter schlagen eine zweite Stahlwand vor der beschädigten Kaimauer vor. Die Bauarbeiten würden aber mehrere Monate dauern.
In der vergangenen Woche hatte sich der Streit um den Start des JadeWeserPorts zugespitzt. Die Opposition im niedersächsischen Landtag wirft Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) Versagen vor, weil er die Probleme bagatellisiere und für keine konstruktive Lösung sorge. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Olaf Lies bekräftigte seine Forderung, dass sich die Bauherrn Niedersachsen und Bremen mit Eurogate an einen Tisch setzen müssten.