Japan nimmt Walffanggegner fest

Die japanische Küstenwache hat einen Walfanggegner der streitbaren Tierschutzgruppe «Sea Shepherd» verhaftet - er war verbotenerweise auf ein japanisches Walfangschiff geklettert.

Der Aktivist Pete Bethune war nach dem Zwischenfall Anfang Januar in der Antarktis auf einem Begleitschiff des Walfgängers an Bord gegangen und dort zwei Monate bis zur Rückkehr nach Japan geblieben. Am Freitag wurde er in Tokio der Küstenwache übergeben, die einen Haftbefehl gegen ihn erwirkt hatte.

Wie jedes Jahr hatten die Tierschützer versucht, die japanische Walfangflotte im Südpolarmeer zu stören. Das Begleitschiff der Japaner rammte dabei das Schnellboot von Aktivist Bethune. Es wurde schwer beschädigt und sank. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld. Der 44-jährige Bethune fuhr nach dem Zwischenfall mit einem Jet Ski zu dem Walfangschiff, kletterte an Bord und forderte laut Medienberichten Entschädigung für sein Schiff.

Australien hatte kürzlich Japan gewarnt, es werde vor den Internationalen Gerichtshof ziehen, wenn Japan den Walfang im Südpolarmeer nicht freiwillig aufgibt. Die japanische Walfangflotte tötet jedes Jahr hunderte der Meeressäuger zu «wissenschaftlichen Zwecken», wie es offiziell heißt. Das ist die Ausnahme, die das Moratorium der Internationalen Walfangkommission von 1986 zulässt.

Tierschützer und Regierungen stehen jedoch auf dem Standpunkt, dass die Jagd keinerlei wissenschaftliche Gründe hat. Der Chef der Tierschutzgruppe «Sea Shepherd», Paul Watson, erklärte gegenüber der Zeitung «Asahi Shimbun» zur Verhaftung Bethunes: Ein juristisches Verfahren werde noch mehr Aufmerksamkeit auf den «illegalen» Walfang der Japaner ziehen. Bethune sei auf die Verhaftung vorbereitet gewesen, sagte Watson der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

Bei der Ankunft Bethunes an Bord des japanischen Begleitschiffes demonstrierte ein Dutzend japanischer Aktivisten im Hafen von Tokio für den Schutz der heimischen «Walfangkultur», wie Kyodo meldete. Sie stellten Fotos von Mitgliedern von «Sea Shepherd» beim Versuch zur Schau, die Walfangflotte zu stören, und forderten eine harte Bestrafung für Bethune. Der Neuseeländer wurde von rund 100 Polizisten und Beamten der Küstenwache abgeführt und dabei mit Plastikplanen abgeschirmt.

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