JaWePo: Baufirmen wehren sich

Die Baufirmen wehren sich gegen Vorwürfe. Foto: Hero Lang
Noch wird von allen Beteiligten am Eröffnungstermin 5. August für den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven festgehalten, doch die Pläne geraten zunehmend ins Wanken: Die Arbeitsgemeinschaft JadeWeserPort arbeitet jetzt mit Hochdruck daran, die Sanierung der Risse in der Spundwand bis Ende Juni abzuschließen. Nach den derzeitigen Planungen sei dies machbar, sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Johann Bunte Bauunternehmung, Manfred Wendt, am Freitag auf der Baustelle des Tiefwasserhafens. Allerdings dürften nicht noch weitere Risse - sogenannte Schlosssprengungen - entdeckt werden.
Bislang wurden 175 davon in der 1725 Meter langen Kaje festgestellt. "Wir vermuten weitere", sagte der Technische Geschäftsführer von Bunte, Bernhard Hebbelmann. Etwa 30 Risse sollen mit Stahlplatten verschlossen werden. Dort, wo die meisten Risse sind, wird auf einer Länge von 450 Metern eine 9,50 Meter hohe Betonwand vor die Spundwand gebaut.
Die Zahl der Schlosssprengungen gehe über das normale Maß hinaus, räumte der Sprecher der Bunte-Geschäftsführung ein. Nach seinen Angaben wurde der erste Riss am 21. September 2011 entdeckt. "Damals sind wir von einzelnen Schlosssprengungen ausgegangen", sagte Wendt. Die gebe es bei jedem Kajenbau. Als dann in diesem Februar und März weitere 20 bis 30 auftauchten, sei klar geworden, dass eine Einzelsanierung nicht reiche.
Die von mehreren Seiten geübte Kritik an der Bauausführung wies die Arbeits-gemeinschaft zurück. Die Bau- und Rammverfahren seien nicht verantwortlich für die Risse in der Spundwand, betonte Wendt. Die Ursache dafür sei weiterhin ungeklärt. Drei Gutachterteams seien im Einsatz - von der JadeWeserPort Realisierungsgesellschaft, der Versicherung und der Arbeitsgemeinschaft. Auch die eingesetzten Baumaterialien wie der gelieferte Stahl würden geprüft, sagte Wendt. Ergebnisse gibt es noch nicht.
Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht".