Kanalverbindung zwischen Enschede und Rheine gefordert
Der Bürgermeister von Bad Bentheim, Volker Pannen (SPD), setzt sich für den Bau eines Kanals zwischen der niederländischen Stadt Enschede und dem westfälischen Rheine ein. "Aus meiner Sicht liegt das auf der Hand", sagte der Kommunalpolitiker der Nachrichtenagentur dpa.
Mit dem Ausbau des Rotterdamer Hafens stehe zu befürchten, dass der Güterverkehr auf der Schiene und auf der Autobahn 30 in den nächsten Jahren rasant zunehmen werde. Aus umweltpolitischer Sicht müsse jetzt ein Vorstoß unternommen werden, um die Lücke zwischen dem Twentekanal in den Niederlanden und dem Mittellandkanal bei Rheine zu schließen.
Bislang spiele sich ein Großteil des Binnenschifffahrtsverkehrs zwischen beiden Ländern auf dem Rhein ab. Eine Verbindung von Rotterdam in Richtung Osten über Enschede und Rheine sei aber deutlich kürzer. "Ein Schiff könnte auf dieser Strecke von Rotterdam nach Berlin um die 30 Stunden einsparen", sagte Pannen.
Bereits in den 90er Jahren gab es in beiden Ländern Überlegungen zu einem Lückenschluss zwischen den Wasserstraßen. Damals sei aber die Kosten-Nutzen-Analyse letztlich zu negativ für das Projekt ausgefallen. "Mit der niederländischen Seite sind wir uns einig, dass wir das Thema wieder auf die Tagesordnung bringen wollen." Der Rückhalt in der Region für das Projekt sei sehr groß. Demnächst werde er gemeinsam mit zwei niederländischen Politikern in Brüssel mit Europaparlamentariern über das Thema sprechen. Mitte Dezember veranstalte die Euregio in dieser Frage eine Konferenz in Rheine.
Außerhalb seiner Region stoße er mit seinem Vorstoß bislang eher auf Skepsis, räumte Pannen ein. "In Hannover und auch in Berlin höre ich von den Interessenvertretern der deutschen Nordseehäfen und auch der Deutschen Bahn die Hoffnung, dass in Rotterdam anlandende Güter auf kleinere Schiffe umgeladen werden und diese die deutschen Häfen anfahren." Er glaube aber nicht, dass der Verkehr diesen Weg nehmen werde. Von dem immer stärker werdenden Güterverkehr von den Niederlanden in Richtung Osteuropa auf der Schiene und der Straße werde seine Region an der Achse Enschede - Rheine - Osnabrück die Leidtragende sein. "Wenn es zu einer Überlastung der Autobahn und der Bahnlinie gekommen ist, wird es zu spät sein. Man muss jetzt einen Vorstoß unternehmen."