Keine Lösung für Fischer in Sicht

Das BSH prüft nach eigenen Angaben 123 geplante Windparks. Foto: alpha ventus
Eine schnelle Lösung für die Probleme von Fischern mit Stromkabeln aus Offshore-Windparks ist vorerst nicht in Sicht. Viele Schwierigkeiten bei der richtigen Verlegung der Kabeltrassen seien bei der Planung der Windparks nicht bekannt gewesen, sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Monika Breuch-Moritz. Bei künftigen Projekten müssten die Behörden die Auflagen für die Netzbetreiber besser überprüfen, ihre Umsetzung kontrollieren und auch über Sanktionen bei Verstößen nachdenken, sagte sie am Freitag vor Fischereivertretern im ostfriesischen Ditzum (Kreis Leer).
Das BSH in Hamburg prüft nach eigenen Angaben 123 geplante Windparks mit rund 8000 Anlagen in Nord- und Ostsee. In der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) vor der deutschen Nord- und Ostseeküste würden damit 15 bis 20 Prozent der Fläche von Windpark-Gebieten abgedeckt.
"Der Platz für uns Küstenfischer wird immer enger, aber die Möwen können dort draußen bald zu Fuß gehen", kritisierte der Präsident des Landesfischereiverbandes Weser-Ems, Dirk Sander. Die Fischer müssten zunehmend Sperrgebiete rings um die Windräder meiden, könnten aber mit ihren alten Kuttern nicht in neue Fanggründe weit draußen in der Nordsee ausweichen.
Hinzu kommen neue Sperrgebiete durch die Stromtrassen von den Windparks zum Festland. Die bisher zwei verlegten Kabel wurden nach Angaben von Sander nicht tief genug in den Untergrund gespült. Als Folge dürfen Kutter an früheren Fanggründen nicht mehr fischen. Entschädigungen hat es dafür nicht gegeben, es bestehe dafür keine Rechtsgrundlage. Die Fischer verlangen, dass die vielen neuen Windparks von den Behörden nicht als Einzelprojekte, sondern als Gesamtpaket geprüft werden. In der Überlegung ist auch ein Fonds, in den Unternehmen einzahlen könnten, um Nachteile für Fischer auszugleichen. Konkrete Pläne dafür gibt es jedoch bisher nicht.