Kieler Kreuzfahrtsaison gestartet

Mit der Ankunft der "AIDAcara" hat der Kieler Hafen am Sonnabend die Kreuzfahrtsaison begonnen. 137 Anläufe und damit einen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2010 kann Kiel in diesem Jahr verbuchen; das ist in Deutschland Platz drei nach Rostock und Hamburg. 26 verschiedene Schiffe besuchen die Förde-Stadt. Die Passagierzahl bleibt wahrscheinlich mit 375.000 auf Vorjahresniveau.

Hamburg, wo die Saison schon läuft, erwartet 400.000 Passagiere bei 161 Anläufen von 35 Schiffen, Rostock mehr als 500.000 bei 180 Anläufen von 39 Schiffen. Mehrere Havarien seit Jahresbeginn - erst am Sonnabend wurde ein Brand an Bord eines Kreuzfahrers vor Borneo gemeldet - beeinträchtigen offenkundig das Geschäft in Deutschland nicht nachhaltig. In Kiel wurde wegen der Havarien der zwei Costa-Schiffe im Januar und Februar kein Anlauf storniert. "Wir werden die Saison wie geplant fahren", sagte Seehafen-Sprecher Ulf Jahnke der dpa.

Häufigste Gäste sind Schiffe der Reedereien AIDA, MSC und TUI Cruises. Die Touristen beenden oder starten hier ihre Törns.  Kiel ist für Kreuzfahrten in Nordeuropa derzeit der drittgrößte sogenannte Reisewechselhafen, nach Southampton und Kopenhagen. Acht Kreuzfahrer feiern 2012 ihre Kiel-Premiere, darunter die "Queen Elizabeth" der Cunard-Reederei, die am 24. Juli am Ostseekai anlegen wird. Allein während der Kieler Woche vom 16. bis 24. Juni kommen elf Schiffe 14 mal in die Förde, darunter die "Star Flyer" unter Segel.

Um seine Position im Standortwettbewerb zu festigen, investiert der Hafen weiter in die Infrastruktur. So entsteht am Ostufer der Förde ein Großliegeplatz mit einer Kailänge von 395 Metern und einer Wassertiefe von 10,5 Metern. Damit verfügt Kiel künftig über drei Liegeplätze mit Terminals, an denen mehr als 300 Meter lange Schiffe festmachen können. 4,6 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Ostufer-Hafens, 2 Millionen davon in den Bereich Kreuzfahrt. Dieser Liegeplatz liegt zwar nicht wie die anderen großen in Kiel direkt in der Innenstadt, wird aber ebenfalls über alle Einrichtungen für eine komfortable Abfertigung verfügen. Im nächsten Jahr soll der Terminal für Schiffe der 300-Meter-Klasse betriebsbereit sein.

Unterdessen hat das Kreuzfahrtschiff "AIDAmar" am Sonntag die Hallen der Papenburger Meyer Werft verlassen. Mehrere hundert Schaulustige verfolgten von den umliegenden Deichen aus, wie am Morgen der Neubau langsam aus dem Baudock I der Werft herauskam und in den Werfthafen gebracht wurde.

Schon die wenigen Meter von der Montagehalle zum Werfthafen nutzten die Schiffbauer für erste Tests, etwa der Stabilisatoren. Das Schiff, das mit 1097 Kabinen eigentlich ein schwimmendes Hotel ist, ist noch lange nicht fertiggestellt. Bis zur Überführung nach Emden legen Handwerker und Techniker noch letzte Hand an. Auch erste Besatzungsmitglieder nutzen die Zeit, um sich mit ihrem neuen Arbeitsplatz vertraut zu machen.

Für Anfang Mai ist die Übergabe des Schiffs an AIDA Cruises geplant. Getauft werden soll die "AIDAmar" am 12. Mai im Rahmen des 823. Hafengeburtstags in Hamburg. Voraussichtlich Mitte April wird der 252 Meter lange Ozeanriese seine erste Reise über die Ems nach Emden antreten. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest, sagte ein Werftsprecher. Für die Überführung sind die Wind- und Wetterbedingungen entscheidend.

Der Luxusliner ist das sechste und vorletzte Schiff, das die Papenburger für das Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises baut. Das letzte Schiff der Baureihe soll im nächsten Jahr fertiggestellt werden.

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