Kostenlose Abfallentsorgung
Um die Müllflut in der Nordsee einzudämmen und so den Tod Tausender Tiere zu verhindern, fordert die Schutzstation Wattenmeer eine kostenlose Abfallentsorgung in deutschen Häfen.
Damit würde ein Anreiz geschaffen, den Müll an Land fachgerecht zu entsorgen, statt ihn einfach über Bord zu werfen, sagte die Biologin Silvia Gaus am Dienstag anlässlich des Internationalen Tages des Meeres in Husum. „Die Hauptquelle der jährlich 20 000 Tonnen Nordseemüll ist der Schiffsverkehr." Gaus verwies auf gute Erfahrungen mit kostenlosen Entsorgungssystemen in dänischen Häfen. Jedes Jahr verenden nach Angaben der Schutzstation Tausende von Robben, Schweinswalen und Vögel aufgrund von Müll, der im Meer treibt.
Die Schutzstation Wattenmeer erfasst seit 18 Jahren regelmäßig Menge und Zusammensetzung des an die Strände des Nationalparks Wattenmeer gespülten Treibguts. Einen großen Anteil machen hierbei Plastikabfälle aus. „450 Jahre dauert es, bis Plastikmüll endgültig aus dem Meer verschwunden ist. So lange kann die Nordsee nicht warten, wir müssen jetzt handeln", forderte Gaus.
Dabei seien nicht nur Meeresbewohner, sondern auch Menschen durch den Müll gefährdet – wenn auch über Umwege. Plastik wird im Wasser zu mikroskopisch kleinen Teilchen abgebaut, an deren Oberfläche sich giftige Schwermetalle und langlebige Kohlenwasserstoffe anlagern. Sie werden beispielsweise von Muscheln, Würmern und Krebsen mit der Nahrung aufgenommen. Über die Nahrungskette landet das Plastik dann schließlich wieder beim Menschen.