Kotiuk kämpft um Entschädigungszahlung
13 Monate nach dem Piratenüberfall auf den Hamburger Frachter „Hansa Stavanger" kämpft der damalige Kapitän Krzysztof Kotiuk ab heute vor dem Hamburger Arbeitsgericht gegen seine Entlassung.
Die Reederei Leonhardt & Blumberg hatte ihn im November 2009 nach der Geiselnahme entlassen und dies mit wirtschaftlichen Problemen begründet. Bei einem Gütetermin hatte der Seemann zunächst 38.000 Euro gefordert – als Kündigungsentschädigung, Kompensation für das seelische Leid und Erstattung der finanziellen Schäden während der Entführung. Die Reederei wollte lediglich 12.000 Euro zahlen. Auch der Vorschlag des Gerichts – 18.820 Euro – wurde nicht akzeptiert.
Kotiuk hatte bereits nach der Freilassung Vorwürfe gegen die Reederei erhoben und behauptet, sie habe die Lösegeldverhandlungen unnötig in die Länge gezogen. Das Unternehmen sah dagegen beim Kapitän eine Mitschuld an der Entführung, da er keinen Bogen um das gefährdete Gebiet gefahren sei.