Kreuzfahrt-Buchungen brechen nach "Costa"-Unglück ein

Mit mehr als 100 Schiffen ist Carnival die Nummer eins der Kreuzfahrtbranche weltweit. Foto: Carnival Cruises
Anders als zunächst von einigen Experten vermutet hat die Havarie der „Costa Concordia“ doch größere Auswirkungen auf das Interesse an Kreuzfahrten. Der US-Konzern Carnival Corporation, zu dem unter anderem die Reederei Costa Crociere gehört, meldete gestern deutliche Buchungsrückgänge. Allerdings geht das Unternehmen nur von einem kurzen Knick aus.
Für die Costa-Schiffe gebe es sogar „deutliche“ Einbußen, heißt es in einer Mitteilung. Durch zahlreiche Umbuchungen sei es aber schwer, genaue Zahlen zu nennen. Bei allen anderen Tochtergesellschaften bezifferte Carnival den Buchungsrückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 15 Prozent. Den größten Einbruch habe es drei Tage nach dem Unglück gegeben. Seitdem geht es wieder aufwärts.
Mit mehr als 100 Schiffen ist Carnival der größte Kreuzfahrtkonzern der Welt. Der Marktanteil liegt bei rund 50 Prozent. Neben Costa gehören auch die deutsche AIDA Cruises, die britische Cunard mit der „Queen Mary 2“, Carnival Cruise Lines, Holland-America Line, P&O Cruises, Princess Cruises, Ocean Village, Seabourn Cruise Line und Ibero Cruceros zum Konzern.
Carnival rechnet alleine im laufenden Geschäftsjahr mit einem Gewinneinbruch um 155 bis 175 Millionen Dollar wegen der Havarie. Das Schiff selbst war zwar mit einer halben Milliarde Dollar versichert, doch Carnival muss alleine bis zu 95 Millionen Dollar Einnahmeausfall für die „Costa Concordia“ verkraften. Die Unternehmensführung bleibt dennoch verhalten optimistisch: „Trotz der jüngsten Entwicklungen rechnen wir nicht damit, dass der Vorfall auf lange Sicht einen merklichen Einfluss auf unser Geschäft haben wird.“ Ob die „Costa Concordia“ jemals wieder fährt, ist indes offen. Carnival erklärte, derzeit würden die Schäden begutachtet.
Unterdessen haben die Rettungsmannschaften gestern die Suche nach den verbliebenen 15 Vermissten in dem Wrack für beendet erklärt. Bei den vorherrschenden Bedingungen sei die Sicherheit der Taucher nicht gewährleistet, teilte die Zivilschutzbehörde mit. Den Verwandten der Vermissten sei diese Entscheidung bereits mitgeteilt worden, hieß es. Die Suche wird nun im Umkreis von 18 Quadratkilometern um den Havaristen fortgesetzt.