Kreuzschifffahrt: Bremerhaven erwartet wieder Aufschwung

Veit Hürdler kann zufrieden sein. Der Geschäftsführer des Columbus Cruise Center Bremerhaven kehrte mit einer Zusage der amerikanischen Reederei Royal Caribbean International im Gepäck zurück in die Seestadt. Auf der größten Messe der Kreuzfahrtbranche in Miami hatte er die Amerikaner überzeugt, Bremerhaven als Reiseziel zu testen. Auch mit der britischen Reederei Fred Olsen Cruise Lines vereinbarte er drei Anläufe im Jahr 2013.

Solche Erfolgsmeldungen waren in den vergangenen zwei Jahren rar. Dabei schwamm Bremerhaven als Kreuzfahrthafen noch 2009 auf einer Erfolgswelle. 125.000 Passagiere fertigte das Columbus Cruise Center in diesem Rekordjahr ab. "Das war eine exorbitante Steigerung zu den Jahren davor", erklärt Terminal-Chef Hürdler. Genauso schnell wie die Zahlen gestiegen seien, seien sie jedoch auch wieder gefallen. Lediglich 58.000 Passagiere erwartet er in diesem Jahr.

In Hamburg wurden im vergangenen Jahr fast 315.000 Kreuzfahrgäste gezählt, in Kiel sogar mehr als 377.000. Tourismus-Experten gehen trotz der jüngsten Unglücke mit Kreuzfahrtschiffen, wie der Havarie der "Costa Concordia", von einem weiterhin wachsenden Markt gerade in Nordeuropa aus. "Wir haben den Eindruck, dass die Nachfrage nach Kreuzfahrten ungebrochen ist", sagte jüngst Kiels Seehafen-Sprecher Ulf Jahnke.

Grund für die Achterbahnfahrt in Bremerhaven ist der Rückzug der Großreederei MSC. Sie hatte in den Jahren 2008 und 2009 für jeweils 35.000 Passagiere gesorgt. Hinzu kommen Ausfälle bei Veranstaltern wie der Delphin-Gruppe oder Transocean. "Die sind schwerpunktmäßig in Bremerhaven gefahren. Darum sind wir davon stärker betroffen als andere Häfen", erklärt der Terminal-Chef.

Für die kommenden Jahre erwartet Hürdler aber wieder eine positive
Entwicklung: "2013 werden wir wieder weit über 60.000 Passagiere haben. Wir sind auf einem guten Weg, Anschluss zu den anderen großen Häfen herzu-stellen." Da passt die Vereinbarung mit Royal Caribbean International gut ins Bild. Und sie ist auch der Lohn dafür, dass sich das Columbus Cruise Center verstärkt international präsentiert. "Seit acht Jahren sind wir auf dem internationalen Parkett der großen Kreuzfahrthäfen vertreten und werden das auch in Zukunft tun", sagt Hürdler. Der Kreuzliner "Vision of the Seas" wird am 17. September in der Seestadt einlaufen. 

Gerade bei der Vermarktung der Region sieht Hürdler noch Verbesserungs-potenzial. Das Columbus Cruise Center sei bei den Reedern als erstklassiges Kreuzfahrt-Terminal bekannt. "«Die Möglichkeiten, die die Region in und um Bremerhaven bietet, müssen hingegen stärker promotet werden", resümiert Hürdler seine Eindrücke bei den Gesprächen in Miami.

An dieser Baustelle gibt es jedoch auch bereits Bewegung: Das Land Bremen stellt 125.000 Euro für die Vermarktung des Kreuzfahrtstandortes Bremerhaven zur Verfügung. Wofür das Geld konkret eingesetzt werden soll, darüber berät eine Arbeitsgruppe. Sie nimmt noch im April ihre Arbeit auf. Denkbar ist unter anderem von dem Geld Präsentationen in den Katalogen von Kreuzfahrt-veranstaltern zu bezahlen oder ein eigenes Kreuzfahrtmagazin für Bremerhaven herzustellen.

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