„Lotsenzwang für Kadetrinne“

Angesichts sich verstärkender Verkehre im Ostseeraum, dem möglichen Bau der Fehmarnbelt-Querung und Erweiterungen von Offshore-Windkraftanlagen fordern wir endlich einen Lotsenzwang für den Fehmarnbelt und die Kadetrinne. Das sagte Kapitän Jürgen Schlichting, Vorsitzender des Nautischen Vereins Lübeck, am Freitagabend in seiner Begrüßungsrede zum traditionellen Nautischen Essen. Zu der Veranstaltung hatten sich 250 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Hafen und Gesellschaft in der Lübecker Schiffergesellschaft eingefunden.

„Das Jahr 2019 wird die Schifffahrtsbranche herausfordern“, sagte Schlichting mit Blick auf die ab 2020 geltenden, strengeren Schwefelgrenzwerte. Große Erwartungen habe der Nautische Verein Lübeck an den städtischen Hafenentwicklungsplan 2030: Die Vertiefung der Trave sei ebenso unverzichtbar wie weitere Anleger für die immer größer werdenden Schiffe.

Festredner Norbert Brackmann, Maritimer Koordinator der Bundesregierung, sprach über die Situation und die Perspektiven der maritimen Wirtschaft im Ostseeraum. Neue Umweltanforderungen aufgrund europäischer und internationaler Vorgaben stellten die Schifffahrt und auch die Häfen vor neue Herausforderungen, und auch die Digitalisierung mache an der Kaimauer nicht halt. Darauf müsse der Lübecker Hafen Antworten finden.

„Die Ostsee gehört schon heute zu den Gewässern der Welt mit der höchsten Verkehrsdichte. Das höchste Wirtschaftswachstum in ganz Europa wird dem Ostseeraum zugesprochen. In den Anrainerstaaten führt das zu stetig steigendem Schiffsverkehr“, sagte Brackmann. Um die Sicherheit im Schiffsverkehr gewährleisten zu können, brauche es externen Sachverstand. „Mit dem Bau der Fehmarnbelt-Querung wird auf einer Lebensader des Ostseehandels eine Baustelle eingerichtet, die Vorkehrungen und klare Regeln braucht.“ Hier habe unter anderem der Nautische Verein Lübeck wichtige Anregungen gegeben: „Sie sind die Experten, die Praktiker und die Macher in der maritimen Wirtschaft. Sie sagen wie Schifffahrt und wie Hafenpolitik geht.“

Bürgermeister Jan Lindenau betonte in seinem Grußwort, dass Lübeck die besten Voraussetzungen habe, sich als attraktiver Standort auf der Fehmarnbelt-Achse zu positionieren. bek

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