Maersk schreibt erstmals rote Zahlen
Der dänische Mischkonzern A.P. Moeller-Maersk hat mit seiner Containerschifffahrt und anderen Aktivitäten erstmals in der Unternehmensgeschichte rote Zahlen eingefahren.
Wie Konzernchef Nils Smedegaard Andersen gestern in Kopenhagen mitteilte, machte das Unternehmen 2009 einen unerwartet hohen Nettoverlust von 5,5 Milliarden Kronen (740 Millionen Euro) nach einem Gewinn von 17,5 Milliarden Kronen im Vorjahr. Der Umsatz fiel von 312 Milliarden auf 260 Milliarden Kronen. Die Frachtraten in der Containerschifffahrt seien im vergangenen Jahr um 28 Prozent gesunken, erklärte der Hapag-Lloyd-Konkurrent. Mittlerweile hätten sie sich zwar auf das Niveau von Januar 2009 erholt, rentabel seien sie aber
noch nicht.
Während die A–l- und Gassparte einen Betriebsgewinn von 25,3 Milliarden Kronen verbuchte, verzeichnete die Reederei einen operativen Verlust von 10,1 Milliarden Kronen. Mit beiden Zahlen verfehlte das Unternehmen die Markterwartungen. Die Anleger reagierten enttäuscht: Die Aktie gab gut vier Prozent nach. Als Gründe für das schlechte Ergebnis nannte Andersen den "historisch einmaligen" Verfall der Frachtraten um fast ein Drittel sowie Überkapazitäten im Schifffahrtsmarkt. Man habe die Folgen durch schnelle Anpassungsmaßnahmen und Einsparungen von zwei Milliarden Dollar begrenzen können und rechne für das laufende Jahr wieder mit "moderaten Gewinnen".
Als positive Tendenz gab Andersen das derzeit leichte Anziehen der Frachtraten an. Maersk hatte im vergangenen Jahr unter anderem einen Teil seiner Containerschiffsflotte stillgelegt.
Den weiteren Angaben zufolge wurde für den Aufsichtsrat des überwiegend in
Familienbesitz befindlichen Unternehmens mit 120.000 Beschäftigten die Auswechslung von vier der acht Mitglieder angekündigt.
Maersk betreibt die größte Containerschiffsflotte der Welt mit derzeit 546 Frachtern (2,061 Millionen TEU). Davon sind 335 Schiffe mit insgesamt 923.920 TEU nach Angaben des Banchendienstes Alphaliner gechartert. Bestellt sind noch 67 Schiffe mit 411.090 TEU. Zu Maersk gehören auch über 225 Tanker, mehr als 50 Versorgungsschiffe für die Offshore-Industrie, acht LNG-Tanker, die Schlepp- und Bergungsfirma Svitzer mit einer Flotte von über 500 Schiffen in 35 Ländern, sowie 50 Hafenanlagen in 34 Nationen (APM Terminals).