Manövrierunfähiges Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" wird nach Mahé geschleppt
Gut sechs Wochen nach der Havarie der "Costa Concordia" ist im Indischen Ozean auf einem anderen Kreuzfahrtschiff der Reederei Costa Crociere ein Brand ausgebrochen. Das Feuer auf der "Costa Allegra" sei allerdings inzwischen gelöscht, und ein französischer Hochsee-Fischtrawler schleppt das manövrierunfähige Kreuzfahrtschiff direkt zur Seychellen-Hauptinsel Mahé im Indischen Ozean. Dies teilte die Genueser Reederei Costa Crociere am Dienstag mit. Die "Costa Allegra" dürfte nach den Angaben am Donnerstagvormittag (Ortszeit) in Mahé ankommen.
"Allen geht es gut, es ist nichts passiert", sagte der Sprecher der deutschen Tochtergesellschaft von Costa Kreuzfahrten, Werner Claasen, am Dienstag. Alle Familienangehörige der Passagiere seien informiert worden. Nach Claasens Angaben war von dem Brand der Teil der Maschine betroffen, der den Strom für das Schiff produziert. Das Feuer sei schnell unter Kontrolle gebracht worden.
Etwa anderthalb Monate nach der Havarie der "Costa Concordia" war auf dem anderen Kreuzfahrtschiff der Reederei ein Feuer ausgebrochen. Das hatte die Zentrale der italienischen Küstenwache am Montag nach einem Telefonat mit dem Kapitän des 188 Meter langen italienischen Kreuzfahrtschiffes mitgeteilt. Die 1992 gebaute und damit ältere "Costa Allegra" ist mit 28.600 Tonnen wesentlich kleiner als die vor der Insel Giglio im Januar havarierte "Costa Concordia".
"Das Feuer hat sich in keinen anderen Bereich des Schiffes ausgebreitet, es hat weder Verletzte noch Opfer gegeben", hieß es. Der Strom auf der "Costa Allegra" sei ausgefallen, die Bordapparatur sei in Notbetrieb. Die Brandursache war zunächst unklar.
Unterdessen fiel die Aktie des betroffenen US-Reedereikonzerns Carnival im frühen Handel an der Wall Street um annähernd 2 Prozent auf 29,50 Dollar. Damit verpufften binnen weniger Minuten rund 400 Millionen Dollar (300 Millionen Euro) an Börsenwert. Derzeit kämpft die weltgrößte Kreuzfahrtreederei wegen des Unglücks der "Costa Concordia" mit rückläufigen Buchungen, Passagierklagen und den Kosten der Tragödie.