Maritimer Gipfel
Am Montag trifft sich in Berlin die maritime Wirtschaft Deutschlands, um über Schiffsfinanzierung, Rückflaggung und Ausbildung in der Krise zu diskutieren.
Zu dem maritimen Gipfel auf Einladung des Maritimen Koordinators der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto (FDP) werden 50 Vertreter von Reeder-, Schiffbau- und Zuliefererverbänden sowie Wirtschaftsminister und Staatssekretäre der Küstenländer und Spitzen von Schifffahrtsbanken erwartet. Das Treffen findet in der Hamburger Landesvertretung statt. Die Hansestadt wird dabei von Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) repäsentiert.
Zu dem ersten Treffen in Berlin hatte Otto am 18. März eingeladen. Teilnehmer waren die Wirtschaftsminister der Küstenländer beziehungsweise ihre Staatssekretäre und Staatsräte, Vertreter des Bundfinanzministeriums, des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundeskanzleramtes sowie Abgeordnete des Deutschen Bundestages, die maritimen Verbände VSM, VDR, ZDS und VDMA, Vertreter von Banken (KfW, KfW IPEX, Deutsche Bank, Commerzbank, HSH Nordbank) sowie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschften PricewaterhouseCoopers (PwC) und Ernst & Young.
Bei der Überwindung der Krisenfolgen wird es vor allem um Finanzierungs- und Bürgschaftslösungen gehen. Insbesondere sollen die Banken dazu einen Beitrag leisten, fordern Reeder und Politiker. Das gilt vor allem für die rund 250 Schiffe, die bei asiatischen Werften bestellt worden sind und in den kommenden Jahren dort gebaut werden.
Die deutschen Reeder befürchten einen Rückzug der Banken aus dem Schiffsgeschäft. Auf dem maritimen Gipfel der Bundesregierung wird der Verband Deutscher Reeder (VDR) von den Banken eine klare Auskunft fordern, ob sie sich zum Schifffahrtsstandort Deutschland bekennen. „Für uns ist von strategischer Bedeutung: Wer steigt ins Schiffsfinanzierungsgeschäft in Deutschland ein?», sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Ralf Nagel. „Die Chinesen sind schon unterwegs. Wenn sie in der Schiffsfinanzierung stärker werden, wächst auch ihr Einfluss auf die Entscheidung, wo etwas produziert wird, wo ein Schiff gebaut wird", so Nagel.