Meeressymposium in Hamburg

Das Bundesverkehrsministerium hat mehr Anstrengungen bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes von Schiffen gefordert. «Beim Thema Kohlendioxid müssen wir im Schiffsbereich schneller vorankommen», sagte Staatssekretärin Karin Roth am Dienstag beim 18. Meeresumwelt-Symposium der Bundesanstalt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Unternehmen und Forscher müssten schnell alternative Antriebe und Konstruktionen entwickeln. Schiffe verursachen nach Roths Angaben zwischen drei und neun Prozent des globalen C02-Ausstoßes. Bei der zweitägigen BSH-Konferenz treffen sich 400 Forscher sowie Firmen-, Behörden- und Verbandsvertreter, um über aktuelle Themen der Meeres- und Umweltpolitik zu diskutieren.
Politische Ziele zur Emissionsreduzierung bei Schiffen müssten allerdings international abgestimmt werden, sagte Roth. Ansonsten drohten die Maßnahmen ins Leere zu laufen, weil Schiffseigentümer nationale Auflagen durch Ausflaggung umgehen könnten. Deutsche Unternehmen und Forscher müssten daher Lösungen finden, die von den Unterhändlern der Bundesregierung als Argumentationsgrundlage für Verhandlungen auf internationaler Ebene genutzt werden könnten. «Wir müssen etwas tun», sagte Roth. «Machen Sie mutige Vorschläge.»
Ein weitere Schwerpunkt der Konferenz waren die Folgen des Klimawandels für Meere und Küstengebiete. Der Meteorologe Till Kuhlbrodt warnte in seinem Vortrag vor einem Zusammenbruch des Nordatlantikstroms durch den globalen Temperaturanstieg. Die meisten Klimaexperten schätzten dieses Risiko zwar als unwahrscheinlich ein, sagte Kuhlbrodt laut einer vorab veröffentlichen schriftliche Fassung seines Vortrags. Es sei aber zu früh, dieses Ereignis auszuschließen. «Die Unsicherheiten in Modellen und Daten sind immer noch sehr groß.» Sollte sich der Nordatlantikstrom künftig abschwächen, seien die Folgen für Europa gravierend, sagte Kuhlbrodt demnach. Dazu zählten der Anstieg des Meeresspiegels, der Zusammenbruch von Fischbeständen und Wetteränderungen samt Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

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