"Meteor" startet morgen Expedition
Mit einer Forschungsfahrt rund um Island und Grönland wollen Hamburger Wissenschaftler dabei helfen, das Klima in Nordeuropa besser vorherzusagen.
Die „Meteor" soll morgen in Cuxhaven zu der Expedition auslaufen, so Fahrtleiter Prof. Detlef Quadfasel vom Hamburger Institut für Meereskunde. Im Nordatlantik wollen die Wissenschaftler die Zirkulation des Tiefenwassers unter die Lupe nehmen – das ist die wenige Grad kalte, sauerstoffreiche Wasserschicht unterhalb von 2000 Metern Tiefe. „Das nach Süden strömende Tiefenwasser wird durch einen oberflächlichen Nordstrom warmen Wassers ersetzt, das im Nordmeer die Atmosphäre heizt und für das milde europäische Klima sorgt", erklärt Quadfasel – die „Warmwasserheizung von Europa" also. Bei den bisherigen Beobachtungen sei die Zirkulation in den vergangenen 15 Jahren erstaunlich stabil gewesen. Durch die globale Erwärmung könne sich der Zustand aber ändern.
Mit den Langzeitmessungen – unter anderem von Wassertemperatur, Salzgehalt und Strömung – sollen Klimamodelle verbessert werden. Bei der Expedition tauschen die Wissenschaftler Messgeräte, die mit Hilfe von alten Eisenbahnrädern im Meer verankert sind, aus und setzen neue ein. Das Forschungsschiff wird knapp fünf Wochen unterwegs sein.
Die 1986 in Dienst gestellte „Meteor" ist bisher zu 81 Expeditionen in See gestochen, so Kapitän Thomas Wunderlich. Das Forschungsschiff hat inzwischen eine Distanz zurückgelegt, die etwa dem 48-fachen Weltumfang entspricht. Die „Meteor" war gerade mehr als vier Wochen bei der Werft MBW Motorenwerke Bremerhaven und hat unter anderem neue Funkanlagen und Arbeitskrane sowie einen frischen Anstrich erhalten.