Minus bei Scandlines
Nach mehreren Jahren kräftigen Wachstums muss die Fährreederei Scandlines erstmals wieder ein deutliches Minus im Transportgeschäft verkraften. Nach Angaben des Rostocker Unternehmens vom Mittwoch beförderte Scandlines im vergangenen Jahr auf seinen neun Ostsee-Verbindungen insgesamt knapp 17,4 Millionen Passagiere. Dies entsprach im Vergleich zu 2007 einem Rückgang um 3 Prozent. Ähnlich waren die Einbußen bei der Zahl der beförderten Pkw auf zuletzt rund 3,6 Millionen Autos (-3,4 Prozent).Hauptgrund für das rückläufige Transportvolumen ist laut Scandlines-Chef Michael Hassing die Konjunktureintrübung. «Seit dem Sommer war klar, dass die Finanzkrise nicht nur auf die baltischen Linien, sondern auch auf unseren leistungsstärksten Routen im Dreieck zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden Auswirkungen haben wird», erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung. Zudem hätten die hohen Ölpreise Transporte ins Baltikum sowie den Einkaufsreise- und Urlaubsverkehr zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden getroffen.Auch in den übrigen Verkehrskategorien verzeichnete Scandlines2008 eine geringfügig nachlassende Nachfrage. Die Zahl der beförderten Lkw und Trailer sank auf etwas weniger als 1,1 Millionen (-1,6 Prozent), die der transportierten Eisenbahnwagen auf 84 200 (-1,5 Prozent). Deutlicher war der Rückgang bei Reisebussen, 68 700 beförderte Fahrzeuge bedeuten ein Minus von 8,6 Prozent. Die Entwicklung auf der Linie zwischen Rostock und dem südfinnischen Hanko lief nach Angaben Hassings jedoch positiv.Um der Krise entgegen zu steuern, habe Scandlines schon im Herbst reagiert und die Frachtlinie Århus/Aabenraa-Klaipeda eingestellt. Auf den Routen Rostock-Gedser und Rostock-Ventspils sei das Angebot reduziert worden. Das Unternehmen rechnet damit, dass die weiterhin sinkende Industrie- und Konsumgüter-Produktion auch in diesem Jahr den Frachtverkehr mit den baltischen Staaten und Skandinavien beeinflussen. Weiteres Wachstum erwartet Scandlines dagegen auf der neuen Frachtroute zwischen Deutschland und Finnland. «Wir werden die weitere Marktentwicklung genau beobachten und geeignete Maßnahmen ergreifen, um auf die Nachfrage unserer Kunden schnell und flexibel reagieren zu können», kündigte Hassing an.