Niedersachsen will "Liemba" modernisieren
Niedersachsen will sich für ein im Hollywood-Klassiker «African Queen» bekanntgewordenes Schiff in Afrika einsetzen. Das Land wolle den Bund auffordern, sich für die Modernisierung des auf dem Tanganjika-See fahrende Passagierdampfers «Liemba» stark zu machen, sagte ein Sprecher der Landesregierung Ende vergangener Woche bestätigte einen Bericht der «Neuen Osnabrücker Zeitung».
Das Schiff war 1913 unter dem Namen «Graf Goetzen» auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut und in Einzelteile zerlegt in das damalige Deutsch-Ostafrika gebracht worden. In dem Film-Klassiker mit Humphrey Bogart und Katherine Hepburn wurde das Schiff als Kanonenboot «Luisa» am Ende versenkt. Ein Privatmann aus Papenburg dagegen möchte das Schiff wieder zurück nach Deutschland holen.
Eine Delegation der Landesregierung war im März in Tansania, um mögliche Felder entwicklungspolitischer Zusammenarbeit mit dem ostafrikanischen Land zu prüfen. Es sei ein Wunsch von Bundespräsident Horst Köhler gewesen, dass sich die Bundesländer stärker in der Entwicklungshilfe für Schwarzafrika engagieren, erläuterte der Sprecher. In der Delegation waren auch Experten der Meyer Werft.
«Das Schiff ist in ganz Tansania bekannt und hat einen hohen Bezug zu Deutschland», sagte der Sprecher. Die Menschen dort würden die «Liemba» mit deutscher Wertarbeit verbinden. Nach Aussagen der Meyer-Werft-Experten sei eine Modernisierung des Schiffes möglich.
«Ein Schiff ist auf dem Tanganjika-See als Transportmittel unverzichtbar», betonte er. Um den rund 800 Kilometer langen und 100 Kilometer breiten See, an den mehrere Länder grenzten, gebe es keine Straßen. Die «Liemba» habe auch vor einigen Jahren im Kongo-Bürgerkrieg eine wichtige Rolle gespielt, als 50 000 Flüchtlinge vom Ufer gerettet worden seien.
Der Vorsitzende des Heimatvereins Papenburg, Hermann-Josef Averdung, will das Schiff zurück nach Deutschland bringen. Für das Projekt, das mehrere Millionen Euro kosten dürfte, hat er aber noch keinen Sponsor. Die Werft selbst sei in dieser Frage «neutral», sagte Unternehmenssprecher Peter Hackmann. An einem Rücktransport werde sich die Werft aber sicher nicht beteiligen. «Wir sind über 215 Jahre alt und haben viele Schiffe gebaut, von denen sehr viele auch noch existieren.»