Noch immer kein Termin für Scandlines
Die Fährreederei Scandlines wartet noch immer auf einen Auslieferungstermin für die in Bau befindlichen Großfähren auf der P+S-Werft in Stralsund. „Noch immer kann uns die Werft keine neuen und verlässlichen Auslieferungsdaten nennen“, sagte Scandlines-Vorstandschef Sören Poulsgaard Jensen am Freitag gegenüber Medienvertretern. Zu möglichen Hilfen für die angeschlagenen P+S-Werften wollte sich Scandlines nicht äußern. Poulsgaard Jensen verwies jedoch darauf, dass die Anpassung des Linienbetriebes auf der Strecke Rostock–Gedser infolge der Verzögerungen auf der Werft bereits jetzt mit hohen Zusatzkosten verbunden sei.
Um das Werften-Rettungspaket über 292 Millionen Euro schnüren zu können, müssen Mitarbeiter der P+S-Gruppe, Zulieferer und andere rund 109 Millionen Euro aufbringen. Die 1700 Schiffbauer wollen ihren Anteil in Höhe von 68 Millionen Euro durch Lohnverzicht beisteuern.
Poulsgaard Jensen begründete die Zusatzkosten damit, dass die Reederei gezwungen gewesen sei, ein drittes Fährschiff für die Linie Rostock–Gedser zu chartern und Buchungen zu ändern. Zudem könne Scandlines den Passagieren nicht das versprochene „An-Bord-Erlebnis auf neuen Fähren“ bieten, mit dem die Reederei geplant und stark geworben habe. Scandlines hoffe, dass sich die Probleme lösen lassen, sagte Poulsgaard Jensen. Dazu sei die Fährreederei mit der Werft in ständigem Gespräch.
Ursprünglich sollte die erste der beiden Großfähren „Berlin“ und „Copenhagen“ im März 2012 getauft werden. Technische Probleme haben bis heute die Fertigstellung der beiden, je 169 Meter langen Fähren verzögert und die finanzielle Schieflage der Werftengruppe befördert. Die neuen Fähren sollen die 1980 erbauten Schiffe „Kronprins Frederik“ und „Prins Joachim“ ersetzen. Älteren Angaben zufolge investiert Scandlines rund 230 Millionen Euro in die Fähren und den Ausbau der Fähranleger in Rostock und Gedser. Um den Weiterbau der Schiffe sicherzustellen, hatten sowohl die Schweriner Landesregierung als auch die Belegschaft und die Zulieferer der P+S Werften Hilfen gewährt und Zugeständnisse eingeräumt.