Ostsee-Flotte wächst

Russland will seine nahe der polnischen Küste stationierte Ostsee-Flotte in den kommenden Jahren erheblich aufrüsten. Dies sei aber keine Antwort auf die bevorstehende Aufstellung von US-Raketen in Polen nahe der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad, sondern Teil des staatlichen Modernisierungsprogramms für die Marine. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Kremlchef Dmitri Medwedew will die größtenteils marode Flotte wieder auf Kurs bringen und plant etwa den Abbau tausender Stellen, um die Befehlskette zu verkürzen.

Die Moskauer Staatsagentur Ria Nowosti hatte zuvor einen namentlich nicht genannten ranghohen Marine-Vertreter zitiert. Demzufolge sollten wegen der Patriot-Raketen unweit der russischen Exklave Kaliningrad um die frühere Stadt Königsberg künftig Kriegsschiffe mit Langstreckenraketen in der Ostsee patrouillieren. Zudem plane Moskau den Einsatz von Flugzeugen sowie Diesel-U-Booten. Hauptstützpunkt der Baltischen Flotte ist Baltijsk in der Nähe von Kaliningrad.

In den vergangenen Monaten hatten sich die belasteten russisch- polnischen Beziehungen leicht verbessert. So war Russlands Regierungschef Wladimir Putin im vergangenen Jahr zur Gedenkfeier an den deutschen Angriff am 1. September 1939 nach Danzig gereist.

Warschau hatte am Mittwoch die Stationierung der von den USA zugesagten Patriot-Raketen in weniger als 100 Kilometer Entfernung zur russischen Grenze angekündigt. Die Raketenlieferung an das NATO-Mitglied war Teil eines Abkommens von 2008 in Zusammenhang mit dem umstrittenen US-Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien. Trotz des späteren Verzichts von Präsident Barack Obama auf das Projekt bestand Polen auf der Lieferung der Patriot-Raketen, die von April an zusammen mit rund 100 US-Soldaten stationiert werden sollen.

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben