Packeis setzt Ostsee-Fähren fest
Das Wintereis hat den nördlichen Ostseeraum weiter im Griff und behindert
noch immer die internationale Fähr- und Frachtschifffahrt.
Ende vergangener Woche steckten fast 50 Schiffe in den Ostseegewässern vor Finnland und Schweden im Eis fest oder konnten ihre Fahrt zumindest nicht fortsetzen. Vor der schwedischen Ostküste hatte sich durch ungünstige Windverhältnisse massives Packeis gebildet.
Am Donnerstag kam es infolgedessen zu einer leichten Kollision zweier RoPax-Fähren der finnischen Reederei Viking Line in den Schären nördlich von Stockholm. Zunächst war die 34 384-BRZ-Fähre „Amorella" mit knapp 1000 Passagieren an Bord durch massive Packeisbildung in der Fahrrinne stecken geblieben. Die ebenfalls in Schwierigkeiten geratene „Isabella" (34 937 BRZ) mit 1153 Gästen wurde auf ihrem Weg von der schwedischen Hauptstadt zum finnischen Turku von dem Eis gegen die festsitzende Fähre gedrückt. Das schwedische Militär hielt Hubschrauber und Luftkissenboote bereit, um die Passagiere notfalls zu bergen. Den Rettungsbehörden zufolge gab es keine Verletzten.
Schwedische Fernsehsender zitierten Passagiere, dass es an Bord zwar Aufregung, aber keine Panik gegeben habe. Viking Line war für nähere Angaben zu eventuellen Schäden an den Schiffen nicht zu erreichen.
Die Passagiere der „Amorella" mussten die Nacht auf hoher See verbringen. Erst am frühen Morgen konnten Eisbrecher eine Fahrrinne im Packeis öffnen. Die zunächst ebenfalls eingeschlossene „Isabella" hatte sich noch am Donnerstagabend aus eigener Kraft aus dem Eis befreien und nach Stockholm zurückkehren können.
Andere festsitzende Schiffe konnten auch am Freitag ihre Fahrt zunächst nicht fortsetzen. Dazu sollen dem Vernehmen nach auch die estnischen Passagierschiffe „Via Mare" und „Regal Star" sowie die schwedische Fähre „Sea Wind" gehören. Das schwedische Schifffahrtsamt kritisierte die Kapitäne der in Schwierigkeiten geratenen Schiffe, weil sie nicht auf die Warnungen der Behörden gehört hätten. Dadurch sei unnötig ein extrem hoher Bedarf an Eisbrechern geschaffen worden.