Pariser Ermittler untersuchen "Costa Concordia"-Havarie

Die französische Staatsanwaltschaft hat eigene Ermittlungen zum Kentern des italienischen Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" eingeleitet. Wie die Strafverfolgungsbehörde am Donnerstag mitteilte, wird sie sämtliche Überlebende mit französischem Pass befragen lassen. Von den 4229 Passagieren kamen 462 aus Frankreich. Vier von ihnen starben, zwei werden noch vermisst.

Mit den Ermittlungen will die französische Staatsanwaltschaft zur Aufklärung der Katastrophe beitragen und mögliche Versäumnisse bei den Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen identifizieren. Zudem soll das Ausmaß der verursachten finanziellen und psychischen Schäden evaluiert werden. Dabei geht es vor allem um mögliche Schadenersatzforderungen. In Deutschland hatten kürzlich 19 Opfer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bochum erstattet.

Unterdessen verhindern hoher Seegang und starker Wind weiterhin die Arbeiten am Wrack des Havaristen. Die Vorbereitungen auf das Abpumpen von etwa 2300 Tonnen Treibstoff - überwiegend gefährliches Schweröl - aus den Tanks des Kreuzfahrtschiffes dürften nicht vor dem Wochenende beginnen. Dies habe der Kommandant des Hafenamtes in Livorno, Ilarione Dell'Anna, am Donnerstag bestätigt, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Das eigentliche Abpumpen würde sich damit auf die nächste Woche verschieben. Das Bergungsunternehmen Smit hatte wegen des Wetters alle Vorbereitungen auf die Operationen schon vor Tagen stoppen müssen.

Das von Wellen und Wind bedrängte Wrack hatte sich am Mittwoch erneut stärker bewegt - um insgesamt siebeneinhalb Zentimeter in sieben Stunden, wie der Krisenstab mitteilte. Hocker, Salonsessel und Platten der Pool-Abdeckung des Kreuzfahrtschiffes wurden laut Ansa durch das stürmische Wetter in das Wasser rund um die "Costa Concordia" geschleudert. Mit zusätzlichen Kontrollgeräten wolle der Zivilschutz genauer klären, warum und wie sich das Schiff bewege. Bisher hatte es geheißen, es liege stabil auf einem Felsen.

Nach dem Unglück vom 13. Januar wurden bislang 17 Todesopfer geborgen, 15 Menschen werden noch vermisst. 

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