Piraten-Prozess rückt näher
Die somalische Piraten, die das deutsche Containerschiff „Taipan" der Hamburger Reederei Komrowski kurzzeitig in ihrer Gewalt hatten, sollen in Kürze an Deutschland ausgeliefert werden.
Dafür wurden die zehn Männer gestern mit einer Maschine der niederländischen Luftwaffe aus Dschibuti ausgeflogen. Sie werden bis zur Überstellung an die bundesdeutsche Justiz in den Niederlanden in Haft genommen, sagte ein Sprecher
des Verteidigungsministeriums in Den Haag.
Das Hamburger Amtsgericht hatte zu Wochenbeginn Haftbefehle gegen die Seeräuber erlassen. Niederländische Marinesoldaten der Fregatte „Tromp" hatten die „Taipan" gewaltsam befreit und die Piraten festgenommen. Die Besatzung des Frachters hatte sich während der Attacke der Seeräuber in einem Sicherheitsraum verschanzt. Die Piraten waren zunächst nach Dschibuti gebracht worden. Von dort starteten sie gestern Morgen in einer Transportmaschine zum Militärflugplatz Eindhoven.
Damit wird es wahrscheinlich zum ersten Mal in Deutschland ein Gerichtsverfahren gegen somalische Piraten geben. Dies hatte man seitens der Bundesregierung in früheren Fällen wegen unsicherer Beweislage vermieden, da die Seeräuber selten auf frischer Tat ertappt wurden.