"Polarstern" bricht Fahrrinne im Antarktis-Eis

­ Der deutsche Forschungseisbrecher "Polarstern" hat für das Frachtschiff «Naja Arctica» ein erstes Teilstück einer Fahrrinne durch das Antarktis-Eis gebrochen. Dem Spezialschiff sei es gelungen, einen rund 1,8 Kilometer langen "Track" in dem bis zu fünf Meter dicken Eis frei zu machen, teilte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven mit. Das Frachtschiff mit der neuen deutschen Polarstation "Neumayer III" an Bord kann sein Ziel in der Antarktis wegen einer starken Eisbarriere seit fast vier Wochen nicht erreichen. Jetzt trenne das Schiff noch rund 750 Meter vom ZielRund 18 Stunden rammte die "Polarstern" immer wieder gegen die Eisbarriere an, bis sie das erste Teilstück frei bekommen hatte. Die Rinne soll laut AWI zunächst kontinuierlich verbreitert werden. Für Sonntag sei mit Sturm zu rechnen, der zusammen mit der Meeresdünung beim Brechen der restlichen Eisbarriere helfen könne.
Die "Polarstern" gehört wie "Neumayer III" zum AWI und hatte eigens ihre derzeitige Expedition unterbrochen, um der "Naja Arctica" zu helfen. Das Schiff hätte seine Fracht längst in der Antarktis absetzen müssen, wurde aber durch die Eisbarriere aufgehalten. Derart dickes Eis habe es zumindest in den vergangenen 25 Jahren dort nicht gegeben, sagte ein AWI-Sprecher.
Die Arbeiter, die die neue Station errichten sollen, wurden inzwischen mit Hilfe der Bordhubschrauber der "Polarstern" an der Baustelle abgesetzt. Die Station soll im Frühjahr 2009 in Betrieb genommen werden. An ihr kann aber nur während des kurzen antarktischen Sommers gebaut werden.

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