Ramsauer schließt Katastrophe vor deutscher Küste aus

Nach dem Kreuzfahrt-Unglück vor Italien schließt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine solche Katastrophe vor Deutschlands Küsten praktisch aus. "Nach unserem Ermessen ist eine Havarie von dieser Dimension vor Deutschlands Küsten nahezu ausgeschlossen. Voraussetzung ist aber, dass sich Besatzung und Kapitän des Schiffes auch an die einschlägigen Regeln halten", sagte der Minister der "Passauer Neuen Presse" (Freitag).

Für Evakuierungen vor Deutschlands Küsten gebe es ein engmaschiges Sicherheitsnetz, sagte Ramsauer in dem Interview. "Dieses System hat sich bewährt. Wir hatten in letzter Zeit zwei größere Havarien von Passagierschiffen, ohne dass auch nur ein einziges Todesopfer zu beklagen war." Die deutschen Behörden werden sich laut Ramsauer die Ergebnisse der Untersuchungen im Fall der "Costa Concordia" genau anschauen und daraus ihre Schlüsse ziehen.

Ramsauer betonte, dass Schiffsreisen eigentlich sicher seien: "Man sollte sich die Zahlen genau ansehen: Die Kreuzschifffahrt ist grundsätzlich eine sichere Art und Weise, Urlaub zu machen und sich zu erholen." Der Boom einer Branche dürfe aber niemals auf Kosten der Sicherheit gehen.

"Kontrollmechanismen hin oder her - wenn bestehende Regeln schlicht und einfach missachtet und übertreten werden, nützen auch die besten Sicherheitsvorschriften nichts", sagte Ramsauer. "Es muss geklärt werden, ob es mit diesem Kapitän schon in der Vergangenheit größere Probleme gegeben hat. Das wäre bemerkenswert, denn an ein Kapitänspatent sind außerordentlich hohe Anforderungen geknüpft, was Eignung und Ausbildung angeht."

Nach dem Unfall der "Costa Concordia" könne keiner zur Tagesordnung übergehen, meint Ramsauer in der "PNP". Er wolle deshalb auch international diskutieren, ob noch mehr für die Sicherheit von Schiffen getan werden könne. "Deutschland ist in diesem Punkt schon seit Jahren eine treibende Kraft auf internationaler Ebene. Ich werde das Thema aktiv beim Weltverkehrsforum in Leipzig Anfang Mai ansprechen - mit hohen Vertretern der Internationalen Maritimen Organisation. Da wird es dann um Sicherheit, Ausbildungsstandards und Evakuierungsregeln für Passagiere gehen."

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