Rotterdam will keinen Preiskrieg
Europas größter Hafen Rotterdam will keinen Preiskrieg mit seinen Konkurrenten an der Nordsee beginnen, allen voran Hamburg. «Ich glaube nicht, dass zwischen den Nordsee-Häfen ein Preiskrieg beginnen sollte, das liegt nicht in unserem Interesse», sagte der Chef der Rotterdamer Hafengesellschaft, Hans Smits, dem «Hamburger Abendblatt» (Freitagausgabe). Rotterdam müsse seine Investitionen finanzieren, allein in diesem Jahr seien das in Rotterdam 500 Millionen Euro, betonte Smits.
Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise hatte Rotterdam Mitte 2009 eine Senkung der städtischen Hafengebühren um fünf Prozent für 2010 angekündigt. Auch Hamburg will auf die Krise mit einer Senkung der Gebühren reagieren.
Rotterdam verzeichne für das vergangene Jahr beim Güterumschlag erheblich geringere Verluste als Hamburg. Der Containerumschlag sei im Gesamtjahr gegenüber 2008 um rund zehn Prozent auf 9,8 Millionen Einheiten zurückgegangen, heißt es in dem Zeitungsbericht. Hamburg hatte in den ersten drei Quartalen laut den bislang veröffentlichen Zahlen rund 30 Prozent auf 5,3 Millionen Einheiten verloren.
Die Wirtschaftskrise ist nach Smits Einschätzung für die Nordseehäfen weitgehend ausgestanden: «Ich vermute, dass die Krise für die Nordsee-Häfen vorüber ist und dass wir in den kommenden Jahren wieder stetiges Wachstum sehen werden. Für Rotterdam rechne ich in diesem Jahr mit rund drei Prozent Wachstum», erklärte er.