Russland forciert "Mistral"-Kauf
Russland hat sich zum Kauf französischer Hubschrauberträger vom Typ "Mistral" entschieden und erwirbt damit erstmals Kriegsschiffe von einem NATO-Mitglied.
Nach langen Beratungen habe die Politik grünes Licht gegeben, sagte der Chef der russischen Behörde für militärtechnische Zusammenarbeit mit dem Ausland, Michail Dmitrijew, am Mittwochabend. Der Vertrag werde voraussichtlich bis Ende 2010 unterschrieben.
Zahlreiche NATO-Mitglieder kritisieren den Rüstungsdeal. So befürchten die baltischen Länder, dass Russland seine Militärmacht im Ostseeraum weiter ausbaut. Kritik kommt auch aus den USA. Washington befürchtet einen Technologietransfer, der den Interessen der NATO schaden könnte. Frankreich argumentiert, dass die 200 Meter langen Hubschrauberträger ohne Waffen verkauft werden.
Die genauen Bedingungen des Geschäfts sind jedoch nach wie vor unklar. Russland ist an vier Hubschrauberträgern der Mistral-Klasse interessiert. Moskau will allerdings lediglich eines der 400 bis 500 Millionen Euro teuren Schiffe in Frankreich bauen lassen und die übrigen in Lizenz in Russland. Paris schlägt eine «2+2-Regelung» vor. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Kremlchef Dmitri Medwedew hatten sich bei einem Treffen vor wenigen Wochen nicht abschließend auf den Deal geeinigt.
Die Mistral kann neben bis zu 16 Hubschraubern auch knapp 1000 Soldaten transportieren und deshalb bei Landemanövern eingesetzt werden. Medwedew hatte seinem rückständigen Militär radikale Reformen verordnet.