Schiffbauer stimmen Beschäftigungspakt zu
Die Arbeit bei dem Werftverbund Nordic Yards geht weiter.
Mit der Annahme eines Beschäftigungspakts hat die Belegschaft gestern drohende Jobverluste für Hunderte Kollegen vorerst abgewendet. Nach der Zustimmung der Wismarer Kollegen am Mittwoch sprach sich auch in Warnemünde eine große Mehrheit der Schiffbauer für das gemeinsame Konzept von IG Metall und Nordic-Eigner Vitaly Yusufov aus. Zum 1. August sollen 700 unbefristete Arbeitsstellen geschaffen werden, einhundert davon in Warnemünde. Weitere 500 Jobs seien in Aussicht gestellt worden, falls Verhandlungen zum Bau von Offshore-Anlagen erfolgreich verlaufen.
Mit Spannung erwartet worden war die Reaktion der Belegschaft der Nordic-Werft in Wismar auf den von der IG Metall ausgehandelten Beschäftigungspakt. „Es gab eine große mehrheitliche Zustimmung", sagte Gewerkschaftssprecher Heiko Messerschmidt. Nur wenige der 400 bis 500 anwesenden Kollegen hätten sich enthalten oder gegen das Konzept votiert, das vergangene Woche mit dem Nordic-Eigner vereinbart worden war. Yusufov hatte bei der Übernahme der insolventen Werften im August vorigen Jahres den Erhalt von mindestens 1200 Jobs zugesagt. Für den Fall, dass er weniger Stellen in Wismar und Warnemünde halten kann, hat sich der Investor zu Ausgleichszahlungen verpflichtet.
Die Mitarbeitervertreter erhoffen sich von dem Beschäftigungspakt „wichtige Signale" an die Banken, die derzeit kaum neue Schiffe finanzieren wollen. Während die Arbeit in Warnemünde seit Jahresbeginn ruht, soll in Wismar bereits Anfang Juli mit dem Bau eines Spezialtankers für den russischen Bergbaukonzern Norilsk Nickel begonnen werden. Bisher seien jedoch nur 40 Prozent des 100-Millionen-Euro-Auftrags abgesichert, hieß es. Yusufov allein und seine Gesellschafter bürgen für die schon angezahlte Summe. Sie suchen dringend Banken, die sich an dem Schiffbauprojekt beteiligen.