Schifffahrt im US-Golf noch frei
Die Ölpest im Golf von Mexiko breitet sich zu einer immer größeren Katastrophe aus. Inzwischen riefen die US-Bundesstaaten Louisiana, Florida, Alabama und Mississippi den Notstand aus. Die US-Behörden haben am Sonntag für weite Teile der bedrohten Küstenregion ein zunächst zehntägiges Fischfangverbot verhängt. Betroffen sind die Küstengewässer zwischen dem Mississippi-Delta und der Bucht von Pensacola in Florida. Bis zum Wochenende gab es aber noch keine Beschränkungen für die Massengut- und Tankschifffahrt im Bereich des für den US-Getreide- und Öltransport sehr wichtigen Deltas.
US-Präsident Barrack Obama machte während eines Besuchs in der Region den britischen Konzern BP als Betreiber der gesunkenen Plattform „Deepwater Horizon" für die Ölpest verantwortlich. Nun komme es aber zuerst darauf an, die Krise zu beenden. Der USA-Chef von BP, Lamar McKay, sagte, die Hoffnungen ruhten nun darauf, in den nächsten sechs bis acht Tagen als kurzfristige Lösung eine „Kuppel" über das Bohrloch zu stülpen. Die Versuche, den Ölaustritt mit ferngesteuerten Robotern zu stoppen, waren bislang erfolglos. Laut US-Innenminister Ken Salazar kann es bis zu drei Monate dauern, bis Entlastungsbohrungen die Lecks zum Versiegen bringen. Bis Sonntag waren dünne Ausläufer des Ölteppichs bereits zwischen die kleinen Inseln vor Louisiana geschwappt. Verschlimmert wird die Situation durch das stürmische Wetter: Die Wellen behindern das Auslegen schwimmender Barrieren und das Absaugen des Öls.