Schlafende Flotte erweckt

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden gewährt ab Freitag in einer Sonderausstellung spannende Einblicke in den Alltag der Marine während des Ersten Weltkriegs.

Die Flotten- und Marinepolitik stehe in der Geschichte ein wenig im Schatten des Kampfes im Schützengraben, sagte Museumsdirektor Matthias Rogg. Das soll sich jetzt mit der Ausstellung „Die Flotte schläft im Hafen ein“ ändern. Bis zum 27. Oktober spiegeln rund 250 Exponate, vom Orden bis zum Torpedo, das Leben der Offiziere und Matrosen auf der „Helgoland“ wider, die nur ein einziges Mal im Kriegsein satz war – bei einer der größten Seeschlachten der Weltgeschichte 1916 im Skagerrak.

Die gezeigten Ausstellungsstücke stammen aus dem Dresdner Bestand und dem Deutschen Marinemuseum Wilhelmshaven, wo die Schau im vergangenen Jahr gezeigt wurde. Zu sehen sind auch Schiffsmodelle und Uniformen sowie historische Fotografien und großflächige Gemälde. Die Ausstellung basiert auf den Tagebüchern des Matrosen Richard Stumpf und des Obermatrosen Carl Richard Linke, die beide auf der „Helgoland“ dienten und schriftlich festhielten, wie sie den Krieg erlebten.

Laut Rogg erfahren die Besucher in der Ausstellung hautnah, warum die Flotte meist im Hafen lag und weshalb die Matrosen gegen Kriegsende meuterten. Aber soviel sei schon jetzt verraten: Der Titel „Die Flotte schläft im Hafen ein“ resultiert aus einem häufig verwendeten Spottvers. Denn während der Krieg 1914 vornehmlich an der West- und Ostfront tobte, war die deutsche Marine aufgrund einer Fernblo ckade der Nordsee durch Großbritannien zur Passivität verdammt. bre

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