"Schneise der Verwüstung"
Die Havarie der „Shen Neng 1" hat am Great Barrier Reef größeren Schaden angerichtet als zunächst angenommen.
Der chinesische Kohlefrachter hat nach Angaben der Great-Barrier-Reef-Naturparkbehörde eine drei Kilometer lange und bis zu 250 Meter breite „Schneise der Verwüstung" hinterlassen. Eine so große Beschädigung durch Auflaufen eines Schiffes habe man am Riff noch nicht gesehen. Es könnte zwanzig Jahre dauern, bis sich das Riff erholt habe, schätzten Wissenschaftler gestern. Allerdings ist die zerstörte Fläche im Verhältnis zur Größe des Riffs, das sich über 2600 Kilometer erstreckt, nur ein kleiner Bereich.
Der Schaden erklärt sich einerseits dadurch, dass der Bulker durch den Wellengang immer wieder über das Riff schrammte. Außerdem zerstörte laut den Behörden seine mit Chemikalien versetzte Unterwasser-Farbbeschichtung viele Korallen. „Die Farbe, die auf der Oberfläche hängen blieb, tötet die Korallen", so ein Sprecher.
Die „Shen Neng 1" lag gestern noch in der Nähe der Keppel-Insel vor Anker. Ob das 230 Meter lange Schiff nach China geschleppt oder in Australien repariert werden muss, stand noch nicht fest. „Wir müssen erst einmal Taucher einsetzen, um zu sehen, wie beschädigt der Rumpf ist", sagte die Transportministerin des Bundesstaates Queensland, Rachel Nolan.