Schulden-Gerüchte um "Arctic Sea"
Hinter der mysteriösen Odyssee der „Arctic Sea" im letzten Sommer steckt möglicherweise ein Streit um Schulden der Reederei Solchart.
Wie ein finnischer TV-Sender gestern berichtete, geht die Kriminalpolizei in Helsinki von Verbindlichkeiten des finnisch-russischen Unternehmens Solchart in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro als auslösendem Faktor aus. Weitere Details wurden nicht bekannt. Die Reederei war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Über Geldsorgen bei Solchart war bereits während der Entführung spekuliert worden, als die Reederei meldete, dass die Eignergesellschaft des Schiffes so gut wie zahlungsunfähig ist (THB 22. September 2009). Wie jetzt bekannt wurde, hat Solchart die „Arctic Sea" verkauft. Der Preis soll laut einem Verkaufsmakler bei umgerechnet rund 1,69 Millionen Euro liegen. Der Käufer ist nicht bekannt. Falls Solchart tatsächlich in finanziellen Nöten ist, dürfte sich die Reederei mit der Abgabe des 1991 gebauten 4700-Tonners wieder Spielraum verschafft haben.
Die mit Holz beladene „Arctic Sea" war am 24. Juli 2009 vor der schwedischen Ostseeküste von mutmaßlichen Piraten in ihre Gewalt gebracht worden. Um die tatsächliche oder nur vorgetäuschte Entführung rankten sich monatelang Gerüchte, bei denen es vor allem um geheime Waffentransporte ging.