Shell erwartet steigende Ölpreise
Öl wird nach Einschätzung des britisch-niederländischen Rohstoffriesen Shell langfristig wieder teurer. Der heftige Preiseinbruch vor rund einem halben Jahr werde Spuren bei der Förderung von Schieferöl in den USA hinterlassen, sagte Konzernchef Ben van Beurden der "Financial Times".
Neue Investitionen seien schwerer zu rechtfertigen - vor allem, wenn die derzeitigen US-Projekte auslaufen. Sollte sich die auf dem Weltmarkt verfügbare Ölmenge verknappen, dürften die Preise steigen.
Saudi-Arabien hat dem Shell-Chef zufolge Ende 2014 deutlich gemacht, dass es auf dem Ölmarkt seine Vormachtstellung behaupten wolle. Der Golfstaat setzte im OPEC-Kartell durch, die Förderung trotz des Preisverfalls nicht zu drosseln. Dadurch beschleunigte sich die Talfahrt bei den Preisen und machte viele US-Projekte unrentabel.
In den Vereinigten Staaten hatte sich zuvor ein Boom bei der Förderung von Öl aus sogenannten unkonventionellen Quellen wie etwa Schiefergestein entwickelt. Dies ist allerdings viel teurer als die klassische Ölförderung und lohnt sich daher nur bei höheren Preisen.
Übernahme angekündigt
"Ich glaube, die Saudis haben den Schieferölfirmen und deren Geldgebern recht erfolgreich deutlich gemacht, dass es weiter Preisrisiken gibt", sagte van Beurden. "Das wird die Industrie nicht so schnell vergessen." Shell ist laut Einschätzung einiger Investoren dringend selbst auf höhere Ölpreise angewiesen. Der Konzern hatte im April die Übernahme des britischen Gasförderers BG Group für 55 Milliarden US-Dollar angekündigt. dpa