"Shen Neng 1" sitzt weiter fest

Der am Samstagabend am Great Barrier Reef vor Australien auf Grund gelaufene Kohlefrachter „Shen Neng 1" sitzt weiter fest.

Aus dem 1993 gebauten Bulker des chinesischen Eigners Shenzhen Energy Transport soll jetzt das noch an Bord verbliebene Öl abgepumpt werden, um ein weiteres Auslaufen des Treibstoffes zu verhindern. Das teilte Anna Bligh, Regierungschefin des australischen Bundeslandes Queensland, gestern mit. Experten würden die 950 Tonnen Öl durch Schläuche in die Tanks eines Rettungsbootes leiten. Einen Tag nach dem Unglück waren am Sonntag etwa vier Tonnen Öl ausgelaufen, die durch Chemikalien-Besprühung aber zersetzt wurden.

Das 230 Meter lange Schiff schrammt zwar durch den Wellengang weiter über die Korallenbänke. Allerdings geht man davon aus, dass der Rumpf intakt bleibt. „Wir sind einigermaßen sicher, dass es nicht zu einem katastrophalen Bruch des Schiffes kommt", sagte der Chef der Meeresschutzbehörde, Patrick Quirk, „es sei denn, das Wetter ändert sich." Die Bergungsexperten entschlossen sich zu der Pumpaktion, nachdem klar war, dass der schwer beschädigte Frachter nicht von dem Riff zu bewegen sein würde.

In den Küstengebieten wuchs unterdessen die Empörung über den Kapitän des chinesischen Frachters. Das 230 Meter lange Schiff war fernab des zugelassenen Kurses mitten in der Schutzzone auf eine Sandbank gelaufen. Experten spekulieren, dass der Kapitän nach der Ladungsaufnahme in Gladstone eine Abkürzung nehmen wollte.

Premierminister Kevin Rudd versprach eine Untersuchung. „Es ist unverständlich, das ein Schiff mitten im Great Barrier Reef so weit vom Kurs abkam. Wir werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen." Der Reederei drohen 3,8 Millionen Euro Strafe. Der Kapitän muss, falls er den Unfall verschuldet hat, mit einer dreijährigen Haftstrafe rechnen.

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