Sole-Einleitung in Ems beginnt

Die umstrittene Einleitung von Sole aus Salzkavernen soll von Mitte Februar an in der Außenems beginnen. Die Energieversorger Wingas (Kassel) und EWE (Oldenburg) wollen für den Bau von Erdgasspeichern stündlich bis zu 4200 Kubikmeter salzhaltiges Wasser in die Flussmündung spülen.

Naturschützer und Fischer hatten massive Kritik gegen das Projekt geäußert. Sie befürchten Nachteile für Flora und Fauna im Fluss und im angrenzenden Teil des Nationalparks Wattenmeer, dem Dollart. Zur Beobachtung der Folgen hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ein umfangreiches Messprogramm angekündigt.

Der Naturschutzbund NABU und die Bürgerinitiative «Rettet die Ems» hatten im Vorfeld vor der Salzfracht von 4,2 Millionen Litern stündlich gewarnt. Die Fischer von Greetsiel sehen die durch Windparks eingeschränkten Fischereigebiete erneut beschnitten, zudem seien die Folgen für die Meeresumwelt nicht abzusehen. Bedenken hatten auch die Stadt Emden und die Gemeinde Krummhörn.

EWE und Wingas bauen bei Jemgum (Kreis Leer) im Rheiderland nahe der deutsch-niederländischen Grenze zunächst 33 große unterirdische Erdgasspeicher in Salzstöcken an der Ems. Die Hohlräume werden mit Flusswasser ausgespült. Die mit 300 Kilogramm Salz pro Kubikmeter konzentrierte Lauge führt durch eine Pipeline an Emden vorbei und fließt bei Rysum in die Emsmündung. Im Umfeld von einem Hektar werde dort kein Tier überleben, hieß es bei einer öffentlichen Anhörung.

«Für den Nationalpark und den Dollart sind keine erheblichen Auswirkungen zu erwarten», sagte dagegen Klaus Söntgerath vom LBEG. Das werde durch kontinuierliche und langfristige Salzgehaltsmessungen sowie durch halbjährliche Untersuchungen der Lebewesen kontrolliert.

Beteiligt seien daran der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserbau, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), das Wasser- und Schifffahrtsamt, der Landkreis Leer und das Institut IBL Umweltplanung in Oldenburg.

Unter anderem seien Messstellen an der Einleitstelle am Rysumer Nacken bei Emden und flussaufwärts bei Terborg, Jemgum und am Großsoltberger Sieltief (Kreis Leer) geplant, sagte Söntgerath. Es müsse ständig kontrolliert werden, dass die Solemenge im erlaubten Rahmen bleibe. «Da mache ich mir keine Sorgen.» Überschreitungen seien umgehend zu melden, Verstöße könnten mindestens als Ordnungswidrigkeit bis hin zum Strafrecht verfolgt werden.

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