Sorge um Zustand der Ostsee
Einen besseren Schutz der belasteten Ostsee haben die Anrainerstaaten, darunter Deutschland, bei ihrem Treffen in Moskau angemahnt. «Keines der Ostsee-Gebiete, mit Ausnahme einiger Buchten, kann als gesunde Umwelt qualifiziert werden», heißt es in einem Bericht, den die Mitglieder der Helsinki-Kommission zum Schutz der Ostsee (HELCOM) am Donnerstag verabschiedeten.
Größtes Problem sei der Nährstoffüberschuss (Eutrophierung). Düngemittel und Chemikalien verseuchen das Wasser und führen zu einer Vermehrung von Blaugrünalgen. Dadurch schwindet der Sauerstoffanteil im Meer - Fische und andere Meerestiere sterben, das Ökosystem wird zerstört.
Nur einzelne Küstengebiete im Raum des Bottnischen Meerbusens zwischen Schweden und Finnland könnten als gesunde Umwelt gelten, schrieben die HELCOM-Vertreter. Ansonsten belasteten auch Öl, Chemikalien und Überfischung die Ostsee. «Meeresschutz in Europa steht und fällt mit der effektiven Verknüpfung der Maßnahmen auf nationaler, regionaler und europäischer Ebene.» Das sagte Umweltstaatssekretärin Ursula Heinen-Esser (CDU), einer Mitteilung zufolge. In Deutschland seien mehr als 35 Prozent der Ostseegebiete als Meeresschutzgebiete ausgewiesen. Damit sei Deutschland Vorbild beim Schutz der Artenvielfalt in der Ostsee.
Während der Konferenz protestierten Aktivisten von Greenpeace gegen die ihrer Ansicht nach zu hohe Giftbelastung russischer Flüsse. Russland sei deshalb mitverantwortlich für die hohe Schadstoffbelastung der Ostsee, teilte die Umweltorganisation mit.