Sparkassen bei Lindenau im Gespräch

Nach der Absage der HSH Nordbank könnten möglicherweise Sparkassen mit Unterstützung der Investitionsbank den geplanten Neustart der Kieler Traditionswerft Lindenau sichern.

Das ist das vorläufige Ergebnis eines Krisengipfels im schleswig-holsteinischen Landes-Wirtschaftsministerium am Freitag. Die HSH Nordbank hat die Finanzierung des einzigen Neubau-Auftrages zunächst abgelehnt, will aber noch einmal neue Aspekte prüfen.

Das fast dreistündige Treffen aller Beteiligten sei «sehr konstruktiv» verlaufen, sagte Staatssekretärin Tamara Zieschang. Eine Entscheidung wurde auf nächste Woche vertagt. Die Investitionsbank (IB) als zentrales Förderinstitut des Landes unterstützt öffentliche und private Vorhaben. Auch die Stadt Kiel signalisiert Entgegenkommen, den Liquiditätspuffer von Lindenau zu erhöhen.

Die HSH Nordbank sei in der Runde auf Verständnis gestoßen, sagte ein Sprecher der Bank: «Die Finanzierung in der bisherigen Form sollte nicht Aufgabe der HSH Nordbank sein, da sich die Bank ausschließlich auf diejenigen Geschäfte konzentrieren soll, die nach sorgfältiger Prüfung bankbetriebswirtschaftlich sinnvoll sind.»

Die nötigen neun Millionen Euro für den Bau eines Doppelhüllen- Tankers sind Voraussetzung für die beschlossenen Neustrukturierung. Bereits in der vergangenen Woche hatte die HSH Nordbank die Finanzierung vorläufig abgelehnt. Danach begannen auf Initiative der Landesregierung neue intensive Gespräche.

Zum 1. Juli soll Lindenau mit nur noch 95 Mitarbeitern und 10 Auszubildenden antreten, 156 Kollegen werden entlassen. Der Schiffsbauer hatte im Herbst 2008 wegen erheblicher Finanzierungsprobleme Insolvenzantrag gestellt, wird aber weitergeführt.

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