Staatssekretär optimistisch: Brunsbütteler Schleuse kommt 2012

Die alten Schleusenkammern in Brunsbüttel sind durch die letzten beiden Eiswinter in einem schlechteren Zustand als erwartet. Nach einem neuen Gutachten könnte die Anlage jedoch bis zur Fertigstellung einer fünften Schleusenkammer betriebsbereit gehalten werden.

Brunsbüttel wird nach Einschätzung des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, eine fünfte Schleuse für den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) bekommen. Er sei optimistisch, dass der Bundestag den Etat von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) entsprechend aufstocken werde, sagte er am Mittwoch in Brunsbüttel. Das Verkehrsministerium werde dann gemeinsam mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) dafür sorgen, dass mit dem Schleusen-Neubau 2012 begonnen wird.

Ferlemann bezeichnete die Investition von 300 Millionen Euro für den Neubau einer fünften Schleusenkammer als absolut sinnvoll. "Die Funktionsfähigkeit des NOK darf nicht infrage gestellt werden", bekräftigte er, da der Kanal neben der regionalen auch eine nationale Bedeutung habe. So würden auch Unternehmen in Süddeutschland vom NOK und der maritimen Wirtschaft profitieren.

Um den Kanal leistungsfähiger und fit für die Zukunft zu machen, seien jedoch mehr als 300 Millionen Euro für einen Schleusenneubau nötig, sagte Ferlemann. Über die Jahre verteilt müssen nach heutiger Kostenrechnung insgesamt 1,25 Milliarden Euro in die Wasserstraße investiert werden. So stellen der steigende Schiffsverkehr und die zunehmend größeren Schiffe den Kanal vor große Herausforderungen. Bereits jetzt könnten zwei Drittel der Güter ausschließlich durch die beiden großen Schleusenkammern transportiert werden, weil sie auf großen Schiffen kommen, sagte der Präsident der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV), Hans-Heinrich Witte.

Besonders die sogenannte Oststrecke - das sind die letzten elf Kilometer vor Kiel - habe sich für den Schiffsverkehr zu einem Flaschenhals entwickelt. Dort soll der Kanal auf eine Mindestsohlbreite von 70 Metern ausgebaut sowie die engen Kurven abgeflacht werden. "Das Baurecht für die Oststrecke wird 2012 erwartet", sagte Ferlemann. Eine Kanalvertiefung sowie umfassende Arbeiten an der Schleusenanlage Kiel-Holtenau würden folgen: "Die entsprechenden Genehmigungsverfahren sind so vertaktet, dass alles hintereinanderweg läuft", sagte Ferlemann.

  

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