Stillschweigen über Werftfinanzierung
Nach neuerlichen Beratungen zur Zukunft der angeschlagenen Werften in Mecklenburg-Vorpommern herrscht weiter Unklarheit über mögliche Finanzierungshilfen.
Zu den Ergebnissen der jüngsten Gesprächsrunde am Donnerstag werde vorerst Stillschweigen bewahrt, hieß es aus dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Beim Besuch des Maritimen Koordinators Hans-Joachim Otto (FDP) im Schweriner Landtag war am Mittwoch von weiteren Verhandlungen die Rede gewesen. Demnach sollten auch die Chancen für einen langfristigen Kredit an die Hegemann-Werften in Stralsund und Wolgast ausgelotet werden. Es gebe insbesondere Bemühungen, Aufträge für die Nordic-Werften in Wismar und Warnemünde zu sichern. Einen extrem eistauglichen Neubau soll Nordic für Norilsk Nickel bauen. Die Betriebe nähmen den zur Bewältigung der Krise gegründeten Deutschlandfonds bereits überdurchschnittlich in Anspruch. Der Fonds deckt 90 Prozent der Finanzierung von Aufträgen ab. Die restlichen zehn Prozent müssten indes die Banken gewähren. Die mit Staatsgeldern gerettete Commerzbank könne eine wichtige Rolle spielen, hieß es.
SPD-Wirtschaftsexperte Jochen Schulte leitete am Donnerstag die Arbeitsgruppe „Integrierte Meerespolitik" der Ostsee-Parlamentarier-Konferenz in Brüssel. Er kündigte an, sich für EU-weit gleiche Wettbewerbschancen stark zu machen. Vor allem Frankreich und Italien fördern ihre Werften mit staatlichen Großaufträgen.
Zwei durch den belgischen Feeder-Operator Delphis bei der Volkswerft Stralsund bestellte 2500-TEU-Schiffe haben unterdessen offenbar einen neuen Abnehmer gefunden. Eines der beiden Schiffe sei jetzt unter dem Namen „Vivien A" auf Probefahrt gegangen, berichtete „Lloyd’s List" in der vergangenen Woche. Dieser Name deute auf die türkische Reederei Arkas Shipping als neuen Empfänger hin. Arkas hat bereits eine Reihe von Containerschiffs-Neubauten
der Hegemann-Werftgruppe, zu der auch die Stralsunder Werft gehört, erhalten. Vier Schiffe waren dem Bericht zufolge von der Delphis-Gruppe bestellt worden, von denen bisher aber lediglich eines in Fahrt gekom-
men sei.