Todesfall auf "Gorch Fock"
Eine 25 Jahre alte Offiziersanwärterin ist aus der Takelage des deutschen Segelschulschiffs „Gorch Fock" gestürzt und dabei ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich nach Angaben der Deutschen Marine am Sonntag bei einer Ausbildungsfahrt in Brasilien. Die junge Frau stürzte auf das Deck und erlag später im Krankenhaus in Salvador de Bahia ihren Verletzungen.
„Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und den Kameraden auf dem Segelschulschiff ‚Gorch Fock‘, hieß es in der gestrigen Mitteilung. Zur Unglücksursache machte die Marine unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst keine Angaben. Die 25-Jährige aus Holzminden in Niedersachsen trat im März 2007 in die Bundeswehr ein und war Angehörige der Marineschule Mürwik.
Bereits in der Vergangenheit hatte es auf der „Gorch Fock" Unfälle mit Todesopfern gegeben. Im September 2008 ertrank eine 18-Jährige in der Nordsee, nachdem sie während ihrer Seewache über Bord gefallen war. 2002 starb ein 19-Jähriger nach einem Sturz aus der Takelage. 1998 fiel ein ebenfalls 19-Jähriger aus dem Großmast aus zwölf Metern Höhe auf die Planken.
Auf dem berühmten Dreimaster wurden in den vergangenen 52 Jahren mehr als 14 500 Offiziers- und Unteroffiziersanwärter ausgebildet. Das traditionsreiche Schiff war Mitte August mit über 250 Offiziersanwärtern zu seiner 156. Ausbildungsreise in internationale Gewässer aufgebrochen. Die Soldaten erlernen an Bord der „Gorch Fock" das grundlegende seemännische Handwerk. Alle 23 Segel der Bark werden per Hand bedient. Dabei wird der Crew sowohl beim Aufentern in bis zu 45 Meter Höhe als auch beim Segelsetzen einiges abverlangt.